Mit Kampfgeist: Mahle-Chef Arnd Franz Foto: dpa/Bernd Weißbrod
Mit einem Rekordumsatz und dem lang ersehnten positiven Konzernergebnis für 2023 gelingt Mahle die Wende. Davon profitiert auch die Belegschaft beim Stuttgarter Autozulieferer.
Arnd Franz kämpft sich durch. Früher als Bundesliga-Judoka des VfL Sindelfingen, wo er später auch noch als Abteilungsleiter aktiv gewesen ist. Heute gelten seine besonderen Kraftanstrengungen der Mahle GmbH, deren Vorsitzender der Geschäftsführung er seit November 2022 ist.
Und sein erstes damals gestecktes Ziel hat der gebürtige Stuttgarter erreicht: Den Autozulieferer mit seinen weltweit rund 72 000 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen wieder in die Gewinnzone zu führen. Dafür ist in Zeiten hoher Rohstoffpreise und Energiekosten ein neuer Rekordumsatz in Höhe von 12,8 Milliarden nötig gewesen, wie die am Dienstag in der Stuttgarter Zentrale vorgelegten Geschäftszahlen für 2023 zeigen. Demnach fiel das Konzernergebnis nach einer Phase der roten Zahlen wieder positiv aus. Der Gewinn beläuft sich für das stiftungsverbundene Unternehmen am Ende auf 26 Millionen Euro. „Back in Black“, heißt es dazu in der Begleitschrift.
Mahle Kennzahlen Foto: Mahle „Mahle ist stabilisiert, wir befinden uns im Aufwärtstrend“, heißt es bei Arnd Franz. „Aber vor uns liegt noch ein langer Weg. Die Richtung stimmt.“ In diesem Zusammenhang bedankt sich der Konzernchef bei der Belegschaft für das Engagement im vergangenen Jahr. „Und das nicht nur mit Worten“, sagt Franz, um seit längerer Zeit wieder nennenswerte Bonuszahlungen für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen anzukündigen. Die Höhe der spätestens mit dem Maigehalt überwiesene Summe will er noch nicht nennen. Nach Informationen dieser Zeitung liegt sie bei rund 1000 Euro pro Person. Damit scheint die von der Geschäftsführung ausgegebene Konzernstrategie „Mahle 2030+“ zu greifen. Diese sieht vor, sich auf Produkte in drei Kernbereichen zu konzentrieren: in der Elektrifizierung, im Thermomanagement und in möglichst nachhaltigen Verbrennungsmotoren.
Die Konzernstrategie greift vorerst
Dabei hat der Bereich Thermomanagement eine besondere Bedeutung für Mahle. Weil die Module sowohl für die Klimatisierung in der Verbrennertechnik als auch für Fahrzeuge mit E-Antrieb benötigt werden. Gerade in der Elektromobilität zeigt sich offenbar die Stärke des Mahle-Produkts, weil es die bis jetzt separat verbauten Komponenten für die Temperierung von Batterie, Fahrzeuginnenraum, Antriebsstrang und Leistungselektronik zusammenführt. Wodurch eine höhere Effizienz erreicht und die Reichweite um 20 Prozent erhöht werden sollen.
Die Merkmale des Mahle-Thermomanagements haben sich in der Branche herumgesprochen. In diesem Jahr sind bereits Bestellungen von zwei Herstellern mit einem Gesamtvolumen von 1,5 Milliarden eingegangen, wovon eine davon den größten Einzelauftrag der Mahle-Geschichte darstellt.
Hoffnung macht außerdem ein von Mahle entwickeltes System zum kabellosen Laden von Elektrofahrzeugen, das über ein Induktionsfeld funktioniert und vom Ingenieursverband SAE zuletzt zum globalen Standard für die Zukunft des berührungslosen Ladens erklärt wurde. Doch das reicht für den Konzern alles noch nicht, die für die rund 10 000 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Deutschland bis Ende 2025 geltende Jobsicherung schon jetzt zu verlängern. Das hänge davon ab, wie sich das immer noch sehr wichtige Verbrennergeschäft entwickle, heißt es von Konzernseite.