Der Bund hat in den kommenden Jahren mehr Geld für den Verkehr. Im Kreis Göppingen glaubt man fest daran, dass nun die B 10 bis Gingen ausgebaut werden darf.

Politik/ Baden-Württemberg: Eberhard Wein (kew)

Göppingen - Aufatmen im Landkreis: der Bund hat die Freigabe für den Bau einer Brücke am Ausbauende der Bundesstraße 10 bei Süßen erteilt. Eine entsprechende Zusicherung habe er am Donnerstag vom Bundesverkehrsministerium erhalten, heißt es in einer Mitteilung des Göppinger Bundestagsabgeordneten Hermann Färber (CDU). „Damit ist ein kleiner, aber dennoch wichtiger Schritt zum Weiterbau der B 10 getan“, sagte Färber.

Im Ministerium ist das 2,7 Kilometer lange Straßenstück zwischen Süßen und Gingen offenbar längst Chefsache. Der Verkehrsstaatssekretär Norbert Barthle (CDU) hatte Färber und dessen Göppinger SPD-Kollegin Heike Baehrens in persönlichen Telefongesprächen am Donnerstag über die „frohe Botschaft“ informiert. Später sprach Färber auch noch mit dem Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) . Dabei habe der Minister betont, wie viel Eindruck das geschlossene Auftreten der Landkreisdelegation auf ihn gemacht habe, die Anfang Dezember in Berlin für das Projekt geworben habe. Dabei sei ihm, dem Minister, klar geworden, wie wichtig eine bessere Infrastruktur für den Kreis sei und wie sehr sich die gesamte Raumschaft die Entlastung wünsche.

Damals hatte Dobrindt den Göppingern allerdings eine klare Absage erteilt. Es seien momentan im Bundeshaushalt keine Mittel für weitere Baufreigaben in Baden-Württemberg vorhanden. Bei den Teilnehmern der Dienstreise, allen voran dem Landrat Edgar Wolff, hatte dies große Enttäuschung hervorgerufen. Schon damals hatte Dobrindt aber darauf verwiesen, dass sich die Lage ändern könne, wenn neue Mittel vorhanden wären. Seit der vergangenen Woche sei er deshalb „großer Hoffnung gewesen“, sagte Wolff. In der Teilfreigabe sehe er ein klares Signal an das obere Filstal, dass der Ausbau der B 10 jetzt wirklich weiter gehe. „Ich freue mich.“

In der vergangenen Woche hatten sich die Spitzen der großen Koalition auf ein Investitionsprogramm geeinigt, das in den Jahren 2016 bis 2018 zusätzlich drei Milliarden Euro für den Verkehrsbereich zur Verfügung stellt. 300 Millionen dürften nach Baden-Württemberg fließen. Noch ist das Geld nicht verteilt. Das geschieht erst im Lauf des Frühjahrs, wenn der Nachtragshaushalt eingebracht wird. Alle Beobachter rechnen aber damit, dass damit auch der 15,7 Millionen Euro teure Weiterbau des B-10-Abschnitts von Süßen-Ost nach Gingen-Ost finanziert wird. „Sonst würde der Bund jetzt nicht im Vorgriff die Brücke bauen“, sagte die CDU-Landtagsabgeordnete Nicole Razavi. Die Brücke ist nötig, damit überschüssige Erdmassen aus dem bereits laufenden Bau der B 466 zwischen Süßen und Donzdorf auf der künftigen B-10-Trasse eingebaut werden können.

Für Färber bleibt die B 10 derweil eines der wichtigsten Themen. Jetzt gehe es darum, den nächsten Bauabschnitt zwischen Gingen-Ost und Geislingen-Mitte ins Planfeststellungsverfahren zu bekommen. Auch hierfür fehlt noch die Zustimmung des Bundes. Dieses Projekt wird nach früheren Schätzungen etwa 74 Millionen Euro kosten. Anschließend soll die Straße dann noch bis Geislingen-Ost weiter geführt werden. Dafür gibt es noch kein Planungsrecht. Wegen eines nötigen Tunnelbauwerks dürften sich die Kosten auf mehr als 150 Millionen Euro belaufen.

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