Backnang Wasser marsch!

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Backnang und fünf Umlandgemeinden bauen neue Leitungen sowie bei Backnang-Maubach ein neues Wasserwerk, sie lassen sich das ehrgeizige Vorhaben gut 27 Millionen Euro kosten.

Die Konzeption zur Wasserversorgung soll bis 2021 umgesetzt werden. Foto: Stoppel
Die Konzeption zur Wasserversorgung soll bis 2021 umgesetzt werden. Foto: Stoppel

Backnang - Es ist vollbracht. Nach schier endlosen Debatten in sechs Kommunalparlamenten hat jetzt auch noch der Backnanger Gemeinderat zur neuen Wasserversorgungskonzeption sein Okay gegeben. Zusammen mit den Gemeinden Allmersbach im Tal, Aspach, Burgstetten, Leutenbach und Oppenweiler sollen in den nächsten Jahren viele Kilometer neue Leitungen sowie ein neues Wasserwerk gebaut werden. Die Partner wollen rund 27 Millionen Euro investieren. Man erwarte knapp zehn Millionen Euro Fördergelder, heißt es in der Sitzungsvorlage, welche die Backnanger Stadträte am Donnerstagabend indes ohne größere Diskussionen einstimmig angenommen haben.

Sie Stadt Winnenden war zwischenzeitig aus dem Projekt ausgestiegen. Dazu hat der Backnanger Oberbürgermeister Frank Nopper in der Sitzung gesagt: Jetzt sei die neue Wasserversorgungskonzeption „noch sinnvoller“ – weil damit die Kosten gesunken seien. Die verbleibenden sechs Partnerkommunen müssten nun nämlich deutlich weniger Leitungskilometer bauen. Die Stadtwerke Backnang rechneten mit Investitionen von 1,78 Millionen Euro, statt zunächst zwei Millionen Euro.

Vorhaben mit neun Bauabschnitten

Die Umsetzung des ehrgeizigen Projekts soll weicheres Wasser garantieren und bis 2021 erfolgen. Jetzt wollen die Partner durchstarten – nun heißt es „Wasser marsch!“ Die Kommunen überlassen dem Zweckverband Wasserversorgung Nordostwürttemberg (NOW) ihr Wasser und kaufen das im neuen Wasserwerk aufbereitete Wasser zurück – so lässt sich der Plan knapp zusammenfassen.

Wie der Backnanger Stadtkämmerer Siegfried Janocha auf Nachfrage erklärte, solle das Vorhaben in neun Bauabschnitten realisiert werden, von 2015 bis 2021. Einige Leitungen könnten voraussichtlich vom Jahr 2018 an in Betrieb gehen. Das bisherige Brunnenwasser der Kommunen werde filtriert und entkalkt.

Das Herzstück ist das neue Wasserwerk

Das Herzstück der Wasserversorgungskonzeption ist das neue Wasserwerk nahe Maubach. Es sei mit einer deutlich verbesserten Wasserqualität zu rechnen, so hatten die Fachleute währen der vergangenen Monate in den Kommunalparlamenten immer wieder argumentiert. Der Härtegrad des Wassers würde vielerorts sinken, was für die Verbraucher Kosteneinsparungen bringe, wegen der Verringerung von Kalkschäden an Waschmaschinen und anderen Geräten. Auch die Versorgungssicherheit würde mit der Umsetzung der Konzeption verbessert. Im Verbund hätten die Kommunen auch dann ausreichend Wasser, falls die Landeswasserversorgung mal zusammenbrechen sollte.

Bis die Konzeption komplett umgesetzt ist, wird indes noch viel Wasser die Murr hinunter fließen. Die neue zentrale Wasseraufbereitungsanlage sowie die Leitungen würden in Kooperation mit dem NOW gebaut. Im Zuge der Neustrukturierung sollen kleinere Wasserversorgungsverbände aufgelöst werden, die bis dato für die Wassergewinnung, -speicherung und -bereitstellung zuständig sind. Die Modalitäten für die Auflösung der Verbände, die in den 1960er-Jahren gegründet worden sind, müssen aber auch noch geklärt werden.

Wenn die Konzeption umgesetzt werde, dann könnten die Verbraucher damit rechnen, dass die Wasserpreise stabil bleiben. Das jedenfalls war den Backnanger Stadträten in einer Gemeinderatssitzung im Sommer vergangenen Jahres zugesichert worden. Eine Voraussetzung dafür sei aber die Auflösung der kleinen Zweckverbände.