Das sanierte Bad Berg in Stuttgart ist ein Schmuckstück – bis auf den immer noch nicht fertigen Sommerpavillon für die Außengastronomie. Wie es auf der Baustelle weitergeht und wie der von 4a Architekten geplante Pavillon aussehen soll.
Gänse natürlich, die auf der Wiese watscheln, aber auch einen Kran, weitere Baugerätschaften und Arbeiter sieht der Badegast, der im hinteren Becken des Mineralbades Berg seine Runden schwimmt. Es wird kräftig gebaut im oberen Teil des Badegartens, doch wann wird der Sommerpavillon fürs Essen und Trinken unter freiem Himmel fertig, und wie wird er aussehen? Diesen Sommer wird man es nur erahnen, da müssen die Badegäste noch mit dem Container vorliebnehmen, der seit dem Ende der Sanierung den Blick in den Park versperrt.
Der Interimscontainer für die Außengastronomie im Bad Berg wird auch im Sommer 2024 noch nicht abgebaut. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Doch bis Januar 2025 sollen der Pavillon mit Platz für Küche, Technik, Personal, sanitäre Anlagen sowie die 333 Quadratmeter große Terrasse mit Platz für rund 132 Sitzgelegenheiten und Sonnenschirme gebaut sein. So stünde der Eröffnung im nächsten Sommer nichts entgegen. „Wir liegen gut im Zeitplan“, sagt der Architekt Matthias Burkart von 4a Architekten in Stuttgart.
Die Baustelle im hinteren Gartenbereich von Bad Berg Foto: 4a Architekten
Das Büro entwirft und saniert zahlreiche Hallen- und Freibäder, Thermen und Familienbäder – darunter die Therme in Lindau am Bodensee – in Deutschland und Österreich und hatte den Zuschlag für die Sanierung von Bad Berg erhalten. „Die Menschen nehmen das sanierte Bad an, die Auslastung ist gestiegen seit der Sanierung“, sagt Ernst Ulrich Tillmanns, der wie Burkart Architekt ist und einer der vier Geschäftsführenden Gesellschafter bei 4a Architekten.
Der Container weicht einer Holzterrasse
Neben dem Zuspruch der Badenden gab es Auszeichnungen von Architekturexperten wie der Architektenkammer Baden-Württemberg, welche die Sanierung mit der Ehrung der Architektenkammer Baden-Württemberg „Beispielhaftes Bauen 2023“ ausgezeichnet haben. Im Zuge der im Jahr 2020 beendeten Sanierung des Mineralbades Berg wurde von 4a Architekten auch der Neubau für die Außenbewirtung in der Parkanlage geplant. Dafür wurde das bestehende Gebäude mit dem Walmdach abgerissen. Ein Erhalt und eine Sanierung des alten Baus kam nach einer Prüfung der Substanz nicht infrage, auch weil die nötige neue Technik im alten Gebäude keinen ausreichenden Platz im Bestand gefunden und weitere bauliche Maßnahmen nach sich gezogen hätte.
Der neue Pavillon mit bläulich schimmernden Mosaiksteinen und einem Gründach orientiert sich gestalterisch am bestehenden Bad: „Wir greifen die Farb- und Materialgebung des Nordflügels im Eingangsbereich auf“, sagt Ernst Ulrich Tillmanns. „Die im Bad bereits eingesetzten Materialien wurden weitestgehend übernommen. Bei der Fassade verwenden wir Glasmosaik wie beim Hauptgebäude und Sichtbeton.“
An der Stelle des Interimscontainers wird dann 2025 ein Holzdeck errichtet mit weiteren Liegeflächen. Von dort aus können die Bergianer dann weiter über die gestiegenen Wassertemperaturen im Innenbecken diskutieren und sich daran erfreuen, dass das kühle Außenbecken dank der Abendbeleuchtung im Becken auch in der Dämmerung und am Abend „beschwimmbar“ ist.
Swimming in Atmosphere heißt eine Ausstellung über Bäder, die von den Stuttgarter 4a Architekten gestaltet wurden. Die Schau wird vom 27. April bis zum 3. Juni 2024 in der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste (Neubau 1, Glaskasten) Am Weißenhof 1 in Stuttgart gezeigt. Öffnungszeiten: Mo–Fr 10–19 Uhr, Sa+So 14–18 Uhr