Bad Cannstatt und die Römer Götterbote Merkur in der Neckarvorstadt
Bad Cannstatts Geschichte reicht zurück bis zur Römerzeit. Jetzt gibt es in der Brückenstraße weitere Hinweise auf ein römisches Heiligtum.
Bad Cannstatts Geschichte reicht zurück bis zur Römerzeit. Jetzt gibt es in der Brückenstraße weitere Hinweise auf ein römisches Heiligtum.
Schon zu Römerzeiten war die Cannstatter Brückenstraße besiedelt und Teil der Verbindung zwischen dem Kastell, der Schiffsanlegestelle am linken Neckarufer. Schräg gegenüber der einstigen Wein- und Sektkellerei Rilling, die ihren Betrieb in diesem Jahr eingestellt hat, wurde bereits 1924 ein Torso des Gottes Merkur als Teil eines Götterhains geborgen. „Hier war einst noch mehr zu sehen“, sagt Eberhard Köngeter vom Maibaumverein. Er hat sich um die Infotafel gekümmert, die nun aufgrund der unklaren Entwicklung des Rilling-Areals am Haus Brückenstraße 23 angebracht ist, und um den Abguss des Götterboten Merkurs davor. So gab es einst in der Brückenstraße einen kleinen Tempelbezirk mit Merkurkapelle, einem Weihestein für den Wald- und Jagdgott Silvanus, einer Jupiter-Gigantensäule und einem Votivaltar. „Merkur wurde hier als Schutzgott des Weinhandels verehrt“, sagt Köngeter. Eine Tafel informiert über diese historische Stätte. Der Abguss des Götterboten Merkur steht am Rand einer Pflanzung, ebenfalls mit Infotafel.
In der Duisburger Straße 15 in der Neckarvorstadt, gleich um die Ecke zur Brückenstraße, ist eine Hinweistafel auf ein römisches Quellnymphen-Medaillon angebracht worden. Das Relief wurde beim Abbruch der Neubauten in der Brückenstraße 21 und der Duisburger Straße 11-15 auf dem früheren Betriebs- und Fuhrparkgelände der Firma Karl Epple zwischen Oktober 1983 bis September 1985 gefunden. So wurden Zisternen gefunden und das Relief sowie Gebrauchskeramik, Amphoren und Bronzebeschläge. Köngeter wertet den Fund als weiteren archäologischen Nachweis für das Vorhandensein von Quellen und eines römischen Badelebens in Cannstatt.