Bauen in Hofen Einsprüche gegen Wohnbebauung
Der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) lehnt die Pläne der Stadt ab, in der Mittleren Wohlfahrt 120 Wohneinheiten zu bauen.
Der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) lehnt die Pläne der Stadt ab, in der Mittleren Wohlfahrt 120 Wohneinheiten zu bauen.
In Hofen soll eine Fläche zwischen Kochelseeweg und Hopfenseeweg überbaut werden. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ist gegen diese geplante Überbauung von 2,7 Hektar Freiland im Außenbereich, um 120 Wohneinheiten zu gewinnen, so Geschäftsführer Gerhard Pfeifer. Seit vielen Jahren laufen die Planungen für das Vorhaben. Im Jahr 2015 war noch von geplanten 90 Wohneinheiten die Rede. Der BUND betont, dass es sich um eine Fläche „mit hohem Erholungswert für wohnungsnahe Spaziergänge und Freizeitnutzung“, handele. Mehr noch: Der Bebauungsplan entspreche nicht ordnungsgemäß und rechtssicher dem geltenden Flächennutzungsplan und Landschaftsplan, so Pfeifer.
Die im Flächennutzungsplan und Landschaftsplan festgelegte Grünfläche entlang des Hopfenseewegs sei deutlich größer dimensioniert als im Bebauungsplanentwurf Ho45 aufgeführt. Der BUND ist der Überzeugung, dass die 120 Wohneinheiten aus dem vorhandenen Siedlungsbestand generierbar seien. So gehe man aktuell davon aus, dass im Stadtgebiet rund 6000 Wohnungen „gewollt“ leer stünden.
Als weitere Einwände führt der BUND das Bodenschutzkonzept der Stadt (BOKS) auf und erklärt, dass es sich hier um sehr hochwertige Böden handele mit hoher Bodenqualität für landwirtschaftliche und gärtnerische Nutzung. Die anhaltenden Weltkrisen (Klimakatastrophe und Ukraine-Krieg) hätten gezeigt, wie wertvoll Lebensmittelanbauflächen in der Nähe der Verbraucher seien. Bezüglich des Artenschutzes sei das Areal „ein Kleinod der biologischen Vielfalt“ mit 50 Vogelarten und besonders geschützten Brutvogelarten wie Gartenrotschwanz und Star, Vögel, die auf der Roten Liste stehen. Zudem weist der BUND darauf hin, dass das Plangelände in einem Gebiet zur Sicherung von Wasservorkommen liege. Auch in puncto Klimaschutz hat der BUND Bedenken und fordert ein umfassendes Gutachten, welches die Klimawirkungen des Gesamtprojekts untersucht. Auch gebe es ein beachtlich hohes Vorkommen von Fledermausaktivitäten mit fünf Arten. Das Gebiet sei wichtig als Kaltluftschneise. Der BUND kündigt eine rechtliche Überprüfung an, sollte die Stadt hier bauen.
Gegenwind bekam das Bauprojekt auch seit Jahren immer wieder von der Initiative Kochelseeweg. Sie hatte mehrere Einsprüche fristgerecht erhoben bezüglich der Massivität der Bebauung, unter anderem mit Blick auf das Klima, die Frischluftschneise sowie den Natur- und Artenschutz. Kritik gab es jüngst im Bezirksbeirat Mühlhausen: Noch immer sei es unklar, wann ein Bebauungsplan ausgelegt werde. Bauwillige hofften, dass sie in der Mittleren Wohlfahrt bald bauen können. Bisher ohne Erfolg. Das Anhörungsverfahren der Stadt ist laut BUND kürzlich zu Ende gegangen. Wann ein Bebauungsplan ausgelegt wird, dazu steht eine Antwort der Verwaltung noch aus.