Baustelle in Stuttgart-Birkach Aulendorfer Straße wird gesperrt

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Voraussichtlich während der Sommerferien wird die wichtige Verkehrsader in Stuttgart-Birkach gekappt. Vor allem die Umleitungsstrecke bereitet der Stadt Stuttgart ziemlich Kopfzerbrechen

In der Frage der Umleitung für die Baustelle ist der Bezirksbeirat gespalten. Foto: Mauritius
In der Frage der Umleitung für die Baustelle ist der Bezirksbeirat gespalten. Foto: Mauritius

Birkach - Die scharfe Kurve der Aulendorfer Straße ist in einem schlechten Zustand. Eigentlich wollte die Stadt diese Stelle bereits im vergangenen Sommer sanieren, doch dann kam die Kanalbaustelle an der Mittleren Filderstraße dazwischen. Weil die Aulendorfer Straße als Umleitungsstrecke herhalten musste, wurden die Bauarbeiten in Birkach um ein Jahr verschoben. In diesem Sommer soll es nun so weit sein. „Wir haben die Baustelle mit Nachdruck im Programm“, berichtete Johannes Kälber vom Tiefbauamt den Bezirksbeiräten bei deren Sitzung.

Die Kurve ist tückisch. Damit die Straßenbauer sicher arbeiten können, muss der Abschnitt zwischen dem Abzweig zur Jugendfarm und der Erisdorfer Straße voll gesperrt werden. Das Tiefbauamt rechnet mit einer Bauzeit von vier bis sechs Wochen, geplant ist sie in den Sommerferien.

Diese Vollsperrung dürfte es in sich haben

Ferien hin oder her – diese Vollsperrung dürfte es in sich haben. Die Aulendorfer Straße ist eine Hauptverkehrsader für Pendler. Autos sollen nach Auskunft von Peter Koch von der Straßenverkehrsbehörde großräumig – heißt über Degerloch oder Plieningen – umgeleitet werden.

Dem Busverkehr will man diese umständlichen Umwege nicht zumuten. Es zeichnet sich ab, dass die Birkheckenstraße für die Busse geöffnet wird. „Das ist eigentlich in trockenen Tüchern“, sagt Koch auf Nachfrage. Es fehle nur noch das formale Okay. Die Birkheckenstraße ist unten an der Aulendorfer Straße baulich verschlossen, was für die Bauzeit geändert werden soll, sagte Kälber im Bezirksbeirat. Die Linien 65, 70 und 71 würden hochwärts über die Birkheckenstraße und die Erisdorfer Straße wieder auf die Aulendorfer Straße gelangen. Busse, die von Birkach aus in Richtung Schönberg und Sillenbuch unterwegs sind, würden die Riedenberger Straße nutzen.

Ansonsten würden zu viele Bushaltestellen angehängt

Die doch recht schmale Birkheckenstraße stelle für Gelenkbusse kein Problem dar, sagt Hans-Joachim Knupfer, ein Sprecher der SSB. Die Umleitungsstrecke sei mit der Stadt besprochen worden und als einzig gangbare Lösung befunden worden. „Durch die Luft geht es nicht“, sagt Knupfer. Und anders würden zu viele Haltestellen abgehängt werden. Mit der geplanten Umfahrung seien drei Haltestellen betroffen: „Birkheckenstraße“, Lerchenwiesen“ und „Birkach-West“. An ihnen würden die Busse dann nur in eine Richtung halten.

Die Frage, die sich manchen Bezirksbeiräten aufdrängte, hat sich die Stadt laut Kälber ebenfalls gestellt: ob die Birkheckenstraße auch für Autofahrer als Umleitung dienen könnte. Die Alternativen sind eben mit großen Umständen verbunden. Die Frage der Umleitung sei „definitiv eine Herausforderung“, sagte Kälber.

Der Bezirksbeirat ist in der Frage gespalten

Der Bezirksbeirat ist in der Frage, ob sich die Birkheckenstraße als Umleitungsstrecke für alle eignet, aber gespalten. Petra Pfendtner (Grüne) würde Dauerstaus und Straßenschäden an der Birkheckenstraße befürchten, „das ist schon bei den Bussen bedenklich“, sagte sie. Anders sieht das Hansjörg Peters (CDU), er plädierte für eine Öffnung auch für Autos. „Es ist eine Unbequemlichkeit, das ist mir schon klar, aber alles andere ginge sehr zu Lasten der Plieninger“, sagte er. Offenbar ist es aber egal, wie die Bezirksbeiräte darüber denken, da die Stadt den Autoverkehr nicht über die Birkheckenstraße umleiten will.

Eine erfreuliche Nachricht im Zuge der Baustelle ist für die Bezirksbeiräte, dass die Bushaltestelle „Lerchenwiesen“ in Fahrtrichtung Birkach umgebaut wird. Zum einen ist an ihr künftig ein barrierefreier Einstieg möglich, zum anderen soll das Wartehäuschen nach hinten – also weg von der Straße – versetzt werden. Damit ändert sich der Sichtwinkel für Autofahrer, die von der Mittleren Filderstraße her kommen. Sie sehen dann Kinder, die die Straße von der Jugendfarm aus zum Quartier Schönbergblick queren, besser.

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