Baustellen in Stuttgart Neues Leben in Degerlocher Büro-Skeletten
Am Albplatz in Stuttgart-Degerloch steht eines der größten Büroprojekte Stuttgarts vor der Vollendung.
Am Albplatz in Stuttgart-Degerloch steht eines der größten Büroprojekte Stuttgarts vor der Vollendung.
Viel ist nicht mehr übrig geblieben vom einstigen Büro-Campus des Computerherstellers Nixdorf am Albplatz in Degerloch. Mit einem Volumen von 360 Millionen Euro und Büroflächen mit insgesamt 50 000 Quadratmetern ist das Mittte 2021 begonnene, neudeutsch Degerloch Office Center (DOC) genannte Vorhaben zurzeit eines der ganz großen Büroprojekte in Stuttgart.
„Wir haben im Sinne einer CO2 sparenden Bauweise, das Betonskelett stehen lassen und wieder verwendet“, sagt Hans-Peter Unmüßig, Seniorchef des gleichnamigen, in Familienbesitz befindlichen Projektentwicklers aus Freiburg. Etwa zehn Prozent der Bausubstanz aus den 1970er Jahren seien stehen geblieben. Sein Unternehmen gehöre zu den 20 größten deutschen Projektentwicklern, sagt er: „Wir spielen da schon in der Bundesliga.“
Ansonsten seien die Gebäude unter ökologischen Gesichtspunkten radikal modernisiert worden. Anstelle einer abgerissenen Hochgarage wurde ein weiterer Büroblock ganz neu errichtet. Von den Bestandsbauten ist er aber vom Baustil her nicht zu unterscheiden.
In dem neuen Objekt wird ein einziger großer Mieter, eine große private Krankenversicherung, einziehen. Auf dem übrigen Areal soll es einen Mix an Nutzungen geben, neben Büroflächen ein großes Restaurant und ein Café, medizinische Praxen und Dienstleistungen wie einen Friseur oder ein Sportstudio. „Degerloch ist dank der guten Anbindung an Stadtbahn, Autobahn und Flughafen ein besserer Bürostandort als die Innenstadt“, sagt Unmüßig.
Die Baukräne sind auf dem von der SSB-Haltestelle Albplatz und der B 27 gut einsehbaren Gelände inzwischen verschwunden. Das große Fitnessstudio, das schon früher dort seinen Standort hatte, wirbt am Bauzaun auf einem großen Plakat bereits mit der Ankündigung „ab 2023 in Degerloch“ und offeriert einen Frühbucherbonus.
Doch es wird laut Unmüßig noch bis Mitte des kommenden Jahres dauern, bevor das Areal komplett neu bezogen sein wird. Das Projekt zeigt, wie lange solche Entwicklungen auch im Bestand brauchen können: Schon vor zehn Jahren hat das Freiburger Unternehmen das Areal gekauft. „Aber bis dann alle Mietverträge auslaufen, dauert es dann doch immer eine Weile“, sagt Unmüßig.