Bedrohungslage am Stuttgarter Hauptbahnhof Entwarnung nach intensiver Suche

Nach gut einer Stunde war der Weg zu den Gleisen wieder frei. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Wegen eines anonymen Anrufers, der eine Drohung ausspricht, geht gut eine Stunde lang nichts mehr am Stuttgarter Hauptbahnhof.

Lokales: Christine Bilger (ceb)

Eine gute Stunde lang haben Fahrgäste der Bahn am Sonntag am Stuttgarter Hauptbahnhof bangen müssen. Zum einen, ob die Lage am zentralen Knotenpunkt der Stadtbahnen, S-Bahnen, Regional- und Fernzüge wieder sicher ist. Zum anderen, ob sie ihre Verbindungen und Anschlüsse noch erreichen würden. Denn die Polizei hatte nach einer anonymen Drohung den Bahnhof geräumt und komplett abgesperrt. Das galt nicht nur für den Zugang zu den Gleisen, sondern auch für die Stadtbahnen und S-Bahnen, die von der Klett-Passage aus zu erreichen sind. Auch die Tiefgarage der LBBW wurde abgeriegelt. Dann kam die Entwarnung: Weil keine verdächtigen Personen oder Gegenstände gefunden worden waren, wurde der Bahnhof um 11.45 Uhr wieder freigegeben. Manche Reisende hatten Glück und ihr Zug war noch im Bahnhof, doch Anschlüsse wurden oft nicht mehr erreicht. „Ich bin trotzdem froh, dass alles harmlos war, und werde schon einen anderen Anschluss bekommen“, sagte eine 43-jährige Esslingerin gegenüber unserer Redaktion.

 

Anonymer Anrufer meldete sich gegen 10.20 Uhr per Notruf

Erleichterung herrschte auch bei den Einsatzkräften, die schließlich auch nie wissen können, ob eine Drohung von einem Trittbrettfahrer kommt oder ernst gemeint ist. „Ein anonymer Anrufer meldete sich gegen 10.20 Uhr über den Notruf“, sagt Denis Sobek, der Sprecher der Bundespolizei. Gemeinsam mit der Landespolizei habe man abgesperrt und die Suche begonnen. Die Meldung sei „sehr abstrakt“ gewesen. Nur der Bahnhof wurde konkret genannt.

Reisende bangten um ihre Anschlüsse und die Lage

Die Reisenden bangten um ihre Anschlüsse und manche ärgerten sich auch über mangelnde Informationen seitens der Bahn: Mehr Durchsagen hätte man sich gewünscht, hieß es an der Absperrung. Der Frust der Reisenden, die nicht wussten, wann es weitergehen würde, habe sich bei den wenigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an der Absperrung entladen. Nach der Entwarnung gab es für die Einsatzkräfte und Bahnmitarbeiter aber auch Lob: Sie seien ruhig geblieben und waren freundlich.

Acht Frauen aus Konstanz, die übers Wochenende in Stuttgart beim Musical waren, stehen auf dem Bahnhofsvorplatz und schütteln den Kopf. Gaby Rinderspacher sagt: „Das Ganze ist beängstigend. Wenn wir nachher wieder in einen Zug einsteigen, werde ich mich nicht richtig wohl fühlen.“ „Zum Glück passiert uns das auf dem Rückweg“, fügt Silvia Tremmel hinzu. „So hatten wir wenigstens ein schönes Wochenende.“

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