Die Schlangen vor den Bürgerbüros in der Landeshauptstadt sind nicht zu übersehen. Der Personalmangel in den Behörden führt dazu, dass die Anlaufstellen zeitweise (wie nun auch in Plieningen) geschlossen sind. Die Misere ist auch in den Bewertungen von Bürgern ablesbar. Der Verbraucherschutzverein Berlin/Brandenburg hat Rezensionen der letzten sechs Monate im Netz ausgewertet, Stuttgart findet sich dabei unrühmlich im unteren Drittel.
53 274 Google-Bewertungen von 354 Behörden wurden vom Verein bis zum 2. November analysiert. Im Schnitt erhielten die Ämter 3,62 von fünf möglichen Sternen. Das ist der höchste Durchschnittswert, der in den vergangenen Jahren im Rahmen des Behörden-Rankings ermittelt wurde. Deutschlandweit vorn liegt Bielefeld (4,11 Sterne) vor Bochum (4,06), Freiburg (4,05) und Augsburg. Auch Berlin (4,01) platzierte sich noch unter den Top fünf. Die Analyse zeige, dass die Bürgerinnen und Bürger in den größten Städten mit der Behördenarbeit vor Ort zufriedener sind als noch vor einem halben Jahr, so die Vereinsvorsitzende Angelika Menze.
Plieningen trägt die rote Laterne
Platz 37 geht an Bonn (2,89), Platz 38 an Duisburg (2,84), Platz 39 an Köln (2,81) und Platz 40 an Mönchengladbach (2,4). Stuttgart belegt mit 3,19 Sternen Platz 31. Hier wurden 2259 Bewertungen für 22 Einrichtungen abgegeben. Besonders mau sind die Zustimmungswerte für die Bürgerbüros in Plieningen (2,1 Sterne). Es teilt sich den letzten Platz mit einer Meldestelle in Mönchengladbach und einer Bezirksverwaltung in Dortmund. Wenig besser sind die Werte für Weilimdorf und Botnang (jeweils 2,4 Sterne).
Die Auswertung unserer Zeitung zur Verfügbarkeit von Wartemarken für Oktober hatte ergeben, das sich die Situation seit dem Sommer leicht verbessert hat, aber weiterhin viel Luft nach oben ist. In Zuffenhausen und Bad Cannstatt waren die Marken im Schnitt bereits nach 78 und 97 Minuten vergriffen, in Mühlhausen und Obertürkheim erst nach im Schnitt 192 und 225 Minuten. Die Stadt versucht mit einer Online-Warteampel auf ihrer Homepage den Kundenstrom zu steuern, sodass die Bürger unnötige Wege wegen bereits aufgebrauchter Wartemarken vermeiden oder in Nachbarbezirke mit weniger Andrang wechseln.
Arbeit bei der Stadt soll attraktiver werden
Besserung soll die weitere Einstellung von Personal bringen. Die Verwaltung will nach der Übernahme des Preises für das Deutschlandticket von 2024 an allen Beschäftigen eine Stuttgart-Zulage in Höhe von 150 Euro im Monat zahlen, und so attraktiver werden, zudem soll der Ausbau des Digitalamtes mittelfristig dazu führen, dass mehr Verwaltungsdienstleistungen am PC abgerufen werden können.