Benefizaktion in Ditzingen Wo der Weihnachtsbaum ökologisch und sozial ist

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Am Samstag verkaufen viele Freiwillige Christbäume auf dem Bauhof in Heimerdingen. Die sind mehr als Wohnzimmerschmuck zur Festzeit.

Fällen, Aufladen – alles geht freiwillig und von Hand. Foto: factum/Simon Granville
Fällen, Aufladen – alles geht freiwillig und von Hand. Foto: factum/Simon Granville

Ditzingen - Es ist wie ein Volksfest im Advent, und es wird getragen von gut zwei Dutzend Freiwilligen rund um den Heimerdinger Revierförster Steffen Frank: der Weihnachtsbaumverkauf. Die Benefiz-Veranstaltung hat Tradition, findet sie doch in diesem Jahr zum 26. Mal statt. Die Grundlagen sind seit jeher dieselben: Aus speziell für diese Zwecke vorgesehenen Flächen lässt Frank in der Woche vor dem Verkauf gut 500 Bäume schlagen, die zwischen einem und vier Meter hoch sind.

Die gehen normalerweise weg wie die sprichwörtlichen warmen Wecken. Die es übrigens auch gibt, zusammen mit Grillwurst und Glühwein. Der gesamte Verkaufserlös kommt einem karitativen Zweck zugute. In 25 Jahren haben sie etwa 170 000 Euro zusammengesammelt.

Einrichtungen für Kinder gefördert

In diesem Jahr geht der Gewinn an die Arche Intensivkinder in Kusterdingen. Das ist eine Spezialklinik für Kinder, die dauerhaft beatmet werden müssen. Im letzten Jahr wurde eine Einrichtung gefördert, in der Kinder von verstorbenen Forstleuten unterkommen. In Stuttgart wurden die Franziskusstube für Obdachlose und das Kinderhospiz bedacht. Bei allen Projekten sind die Freiwilligen mit Herzblut dabei. Wobei nicht vergessen werden darf: Die Stadt verlangt nichts für die Nutzung des Heimerdinger Bauhofs und die Hilfe von dessen Mitarbeitern.

Lesen Sie hier: So umweltschädlich kann ein Weihnachtsbaum sein.

Auch Werner Leeger oder Kurt Haller helfen freiwillig mit. Sie unterstützen das Team, das den Weihnachtsbaumverkauf zusammen stemmt. In dieser Woche haben sie geholfen, mehrere Hundert Nordmanntannen, Fichten oder Blaufichten aus dem Wald zu holen. „Die kleineren Bäume sind sechs bis neun Jahre alt, die größeren zwölf Jahre oder älter“, erklärt Steffen Frank. Auch diese Art der Nutzung des kommunalen Waldes sieht der Revierleiter aus forstwirtschaftlicher Sicht. An oberster Stelle steht die Nachhaltigkeit.

Junge Bäume werden nachgepflanzt

Das heißt: so viele Bäume, wie geschlagen werden, so viele werden auch wieder nachgepflanzt. Das werden im nächsten Frühjahr rund 1000 Setzlinge sein – denn nicht jeder wächst an, und eine Ausfallquote muss einkalkuliert werden. Jeder Minibaum kostet rund 2,50 Euro – die nötige Summe wird vom Erlös abgezogen. Und Frank legt auf eines großen Wert: Die Bäume sind so ökologisch, wie es kein Weihnachtsbaum aus dem Baumarkt sein kann: Sie sind nicht gespritzt, wachsen nebenan und zum Schlagen werden keine schweren Maschinen verwendet. Auch das geht nur mithilfe der Freiwilligen. Die schleppen jeden Baum zum Hänger. Jetzt müssen nur genügend Menschen kommen, um Bäume zu kaufen.

Termin: Die Weihnachtsbäume werden auf dem Bauhof Ditzingen-Heimerdingen verkauft am Samstag, 14. Dezember, von 10 bis 16 Uhr.