Bericht des Weltklimarats Alarmstufe Dunkelrot
Der Klimawandel bedroht die Ernährung immer stärker. Eine globale Agrarwende ist nötig, meint Werner Ludwig.
Der Klimawandel bedroht die Ernährung immer stärker. Eine globale Agrarwende ist nötig, meint Werner Ludwig.
Stuttgart - Das Heimtückische am Klimawandel ist, dass ihn zumindest die Bewohner gemäßigter Breiten im Alltag kaum wahrnehmen. Auch dass ein Rekordsommer den nächsten jagt, wird von vielen nicht als existenzielle Bedrohung gesehen. Ähnlich ist es mit den jüngsten Warnungen des Weltklimarats vor einer globalen Ernährungskrise durch den Klimawandel. Solange in unseren Supermärkten die Regale gut gefüllt sind, bleibt auch diese Bedrohung abstrakt.
In ärmeren Ländern leiden aber jetzt schon viel zu viele Menschen an Hunger, und auch die Ernährungssicherheit der Wohlstandsbürger steht auf tönernen Füßen. Sie beruht zu einem guten Teil auf nicht nachhaltigen Importen – etwa von Soja, das auf gerodeten Urwaldflächen wächst. Nötig ist eine andere Landwirtschaft, bei der die Tierhaltung auf ein ökologisch sinnvolles Maß beschränkt wird. Das würde nicht nur die Treibhausgasemissionen verringern, man könnte auch viel mehr Menschen satt bekommen als auf dem Umweg über die Fleischproduktion. Es ist allerhöchste Zeit, die Agrarpolitik der EU und anderer großer Nahrungsproduzenten an den Klimawandel anzupassen. Gleichzeitig müssen alle anderen Sektoren dazu beitragen, die Erwärmung zu begrenzen – sonst könnten eines Tages auch bei uns viele Regale leer sein.