Betreiberwechsel auf der Remsbahn Neue Go-Ahead-Züge für Remsbahn sind startbereit

Von Harald Beck 

Am Schwäbisch-Gmünder Bahnhof nutzt der Verkehrsminister Winfried Hermann die Gelegenheit, die komfortablen Flirt-Züge zu begehen. Am 9. Juni ändert sich einiges auf der Remsbahn-Strecke.

Am Pfingstsonntag starten die neuen Züge auf der Remsbahn. Foto: Gottfried Stoppel
Am Pfingstsonntag starten die neuen Züge auf der Remsbahn. Foto: Gottfried Stoppel

Nahverkehr - Am 9. Juni ist es so weit, dann beginnt eine neue Zeitrechnung im Nahverkehr“, verspricht der Verkehrsminister des Landes, Winfried Hermann (Grüne) bei einer Pressekonferenz in einem Abteil eigens der neuen Flirt³-Züge, mit denen der künftige Betreiber auf der Remsbahn, Go-Ahead, an Pfingsten an den Start gehen wird. Vor kurzem war es noch unsicher, ob die neuen, komfortablen und mit großzügigem Platzangebot aufwartenden modernen Schienenfahrzeuge tatsächlich alle notwendigen Betriebsgenehmigungen vorweisen können. Tags zuvor, so hieß es nun in bei der Präsentation in Schwäbisch- Gmünd (Ostalbkreis) seitens des künftigen Streckenbetreibers, der bald auch die Strecken Stuttgart-Karlsruhe und Stuttgart-Heilbronn-Würzburg bedient, vom Eisenbahnbundesamt eingegangen.

Besser, effektiver und pünktlicher werde die Eisenbahn künftig wieder sein, erwartet der Minister. Seit seinem Amtsantritt habe er sich für die Ausschreibungen bei den Streckenvergaben eingesetzt und werte die jetzigen Veränderungen als großen Erfolg. „Neue Anbieter, höhere Qualität“ – und aus Sicht des Landes, das den Betrieb für die einzelnen Streckenbereichen und deren Umfang in Auftrag gibt, habe man noch weitere große Fortschrittgemacht: „Wir zahlen pro Zugkilometer weniger als zuvor“. Gerade auf der Remsbahn hatte es in den vergangenen Jahren an Zugausstattung, und Zuverlässigkeit der Verbindungen bei der Regionalbahn massiv Kritik gegeben.

Des Verkehrsministers Wunsch: „Pünktlich wie die Eisenbahn“

Pünktlichkeit stellte der Verkehrsminister bei der Vorstellung der neuen Flirt-Züge des Schweizer Herstellers Stadler im Rahmen eines kleinen Bürgerfestes auch später auf der Podiumsbühne in den Mittelpunkt seiner Erwartungen. „Ich möchte, dass es irgendwann wieder heißt: pünktlich wie die Eisenbahn.“ Sollte dem nicht so sein, dann gibt es auch in den Verträgen des Landes mit den neuen Streckenbetreibern auf der Remsbahn einen entsprechenden Strafenkatalog Und bei ausfallenden Zügen würden natürlich auch die dann vergeblich bestellten Zugkilometer nicht gezahlt. Ansonsten liegt bei der Regionalbahn das Ende der Pünktlichkeit laut Vertrag bei einer Verspätung von drei Minuten und 59 Sekunden – danach treten die sogenannten Pönale, also Vertragsstrafen, in Kraft.

Die insgesamt 55 neuen Züge auf den von Go-Ahead künftig betriebenen Strecken bieten allesamt kostenloses Wlan, sind mit Klimaanlagen ausgestattet und verfügen über großzügige Beinfreiheit, Barrierefreiheit und große Mehrzweckbereiche für Fahrräder, Rollstühle oder Kinderwagen. Äußerlich präsentieren sie sich allesamt im „bwegt“-Design, sprich in den Landesfarben Gelb, Schwarz und Weiß und der anstelle der einstigen drei Löwen nun gewählten stilisierten Löwin. Die von jeweils vier 750-kW-Aggregaten angetriebenen elektrischen Niederflurtriebzüge seien, so betonte Hermann vom Hersteller Stadler in vollem Umfang geliefert worden – und in den beiden drei-, beziehungsweise fünfteiligen Versionen mit 420, beziehungsweise 660 Sitz- und Stehplätzen und einer Länge von 58,6 sowie 90,8 Metern.

Halbstundentakt zwischen Aalen und Stuttgart

Auf den durch Stuttgart führenden Strecken werde sich vom 9. Juni an das Angebot mit den vom Land bestellten Regionalzügen deutlich ausgeweitet, betonte der Verkehrsminister. „Mit dem Wechsel verbessern sich schrittweise sowohl der Takt, als auch die vorhandenen Zugkapazitäten.“

Die Metropolexpresszüge verkehrten auf der Strecke Aalen-Stuttgart dann im Halbstundentakt. Auf dieser Strecke gebe es außerdem künftig eine neue IRE-Verbindung im Zweistundentakt. Hermann: „Hier ergibt sich zusammen mit dem IC ein Stundentakt mit Durchbindung der Züge nach Karlsruhe.“