Bewerbung aus Stuttgart Fernsehturm ist jetzt offizieller Kandidat fürs Weltkulturerbe

Ministerin Nicole Razavi, OB Frank Nopper und SWR-Landessendedirektorin Stefanie Schneider (von links) besprachen das weitere Vorgehen bei der Bewerbung fürs Weltkulturerbe auf dem Fernsehturm. Foto: Kaufmann
Ministerin Nicole Razavi, OB Frank Nopper und SWR-Landessendedirektorin Stefanie Schneider (von links) besprachen das weitere Vorgehen bei der Bewerbung fürs Weltkulturerbe auf dem Fernsehturm. Foto: Kaufmann

Was unsere Zeitung im Februar exklusiv verkündet hat, ist nun offiziell: Der Fernsehturm ist der Kandidat des Landes für das Weltkulturerbe der Unesco. Läuft alles nach Plan, könnte das Stuttgarter Wahrzeichen frühestens 2026 diese hohe Ehre erhalten.

Lokales: Uwe Bogen (ubo)
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Stuttgart - Die Liebe zum Fernsehturm ist groß in Stuttgart. Jetzt soll sein Ruhm noch größer werden. Das vor 65 Jahren von Fritz Leonhardt erbaute Wahrzeichen der Stadt steht auf der neuen Vorschlagsliste von Baden-Württemberg für das Weltkulturerbe. Zweiter Landeskandidat für die nationale Vorauswahl ist der frühkeltische Fürstensitz Heuneburg. Dies hat Nicole Razavi (CDU), seit Mai Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen und damit oberste Denkmalschützerin des Landes, am Mittwoch bekannt gegeben. Unsere Zeitung hatte im Februar exklusiv über die Pläne berichtet.

Die gute Nachricht, auch wenn sie keine Überraschung mehr ist, wurde hoch oben besprochen. Ministerin Razavi – sie hat die Bewerbungen um die Unesco-Liste von Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) übernommen – traf sich nun auf der Plattform mit OB Frank Nopper (CDU) und SWR-Landessenderdirektorin Stefanie Schneider. Weltweit ist der Fernsehturm der Erste seiner Art. Wird er, was frühestens im Jahr 2026 möglich wäre, nun noch geadelt?

Zu den Mitbewerbern zählen bayrische Schlösser

Leicht wird es nicht. Die Konkurrenz ist groß. Bayern etwa beansprucht den deutschen Platz beim Weltkulturerbe für die Schlösser Neuschwanstein, Linderhof und Herrenchiemsee. Derzeit stehen 46 Natur- und Kulturstätten in Deutschland auf der Unesco-Liste – noch mehr wollen es werden. Die Kultusministerkonferenz will Ende 2023 entscheiden, welche Einreichungen der Bundesländer auf die deutsche Vorschlagsliste fürs „Weltfinale“ kommen. Nicht immer erfüllen sich die Wünsche auf Anhieb. Während es bei den Höhlen und der Eiszeitkunst auf der Alb sowie bei der Kurstadt Baden-Baden im ersten Anlauf klappte, gelang dies den Le Corbusier-Häusern in der Stuttgarter Weissenhofsiedlung erst beim dritten Versuch.

Wie stehen die Erfolgsaussichten?

OB Nopper ist zuversichtlich, dass es klappt. „Der Fernsehturm ist nicht nur der Stuttgarter Leuchtturm und der Stolz der Schwaben“, sagte er, „er ist auch eine architektonische Innovation.“ Selbst der höchste Fernsehturm der Welt, der Tokio Sky Tree, werde als „Ableger unseres Originals“ betrachtet, so Nopper: „Deswegen ist die Aufnahme in die Tentativ-Unesco-Welterbeliste mehr als berechtigt.“ Die SWR-Landessendedirektorin Stefanie Schneider erklärte: „Der Fernsehturm ist auch ein Wahrzeichen für die große Verbundenheit des SWR mit den Menschen in der Region und in unserem gesamten Sendegebiet.“

Das gemeinsame Ziel von Stadt und Land ist, dass der erste Stahlbetonfernsehturm der Welt mit Aussichtsplattform und Gastronomie so früh wie möglich als architektonisches Meisterwerk zum schützenswerten Kulturgut für kommende Generationen erklärt wird. Der Stuttgarter Turm, so sagen die Experten, steht für eine Denkmalkategorie, die auf der Welterbeliste unterrepräsentiert sei. Die Hoffnung ist daher groß, dass dies die Chancen für eine erfolgreiche Nominierung im harten Ringen um die auch für den Tourismus wichtige Auszeichnung erhöht.




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