Biergarten in Unterweissach Wo besondere Biere locken
Im Biergarten der Täles-Brauerei in Unterweissach serviert das Ehepaar Huber eigene Brauspezialitäten und mehr. Schon die Lage ist einen Besuch wert.
Im Biergarten der Täles-Brauerei in Unterweissach serviert das Ehepaar Huber eigene Brauspezialitäten und mehr. Schon die Lage ist einen Besuch wert.
Diese Worte haben im Weissacher Tal Geschichte geschrieben: „Kameraden, welch schönes Tal! Hier darf nicht geschossen werden.“ Zugeschrieben werden sie dem amerikanischen Major William S. Preston, als dieser am 20. April 1945 mit dem 3. Bataillon des 397. Infanterie Regiments der 100. Infanterie Division von Sechselberg kommend ins Weissacher Tal kam. Die Worte sind für Jessica und Andreas Huber Ansporn für ihr Tun. Der Braumeister und die Chefin der Täles-Brauerei mit Gaststätte und Biergarten in Unterweissach wollen der Schönheit ihrer Heimat, sagen sie, „mit der Geschmacksvielfalt und dem Facettenreichtum unserer Biere Tribut zollen“.
2018 haben die 29-Jährige und ihr drei Jahre älterer Ehemann, der seinen Master of Science in Brauwesen und Getränketechnologie an der Technischen Universität München/Weihenstephan gemacht hat, die Brauerei mit Gastronomie in der Alten Schmiede eröffnet. Die beiden haben sich ein Gelände mit Geschichte ausgesucht. Denn früher stand hier in der Welzheimer Straße eine Tonfabrik. „Hier wurden Dachziegel und später auch Blumentöpfe hergestellt“, sagt Andreas Huber. Übrig geblieben sind neben der Alten Schmiede ein altes Ziegelgebäude, das heute eine Oldtimersammlung beherbergt und der 25 Meter hohe Turm, der auf dem Gelände des Biergartens liegt und zusammen mit den Rundbogenmauern dessen ganz besonderen Charme ausmacht.
Hier im Schatten großer Sonnenschirme und umgeben von Kübel- und Topfpflanzen – und im Winter drinnen in der modern-gemütlichen Braustube mit Nebenraum – kredenzt der studierte Braumeister seine süffigen frischen Biersorten. Im Keller des historischen Hauses ist die Brauerei. Dort tüftelt Andreas Huber ständig an neuen Bieren, aber auch an Bierbrand und seiner neuesten Kreation, dem Grut, einem Hopfen-Gin. „Der Gin ist beim Backnanger Straßenfest durch die Decke gegangen“, sagt Jessica Huber.
Auf diversen Messen, etwa in der Alten Kelter in Fellbach, auf dem Messegelände in Filderstadt oder im Römerkastell in Bad Cannstatt kommt das flüssige Angebot aus Unterweissach ebenfalls gut an. Und mittlerweile können sich Biergenießer mit dem heimischen Braugut auch in großen Supermärkten am Ort eindecken. Und natürlich bieten die jungen dynamischen Brauereibesitzer auch einen Werks- sowie Online-Verkauf an. Die Hubers veranstalten außerdem Bierverkostungen, zusammen mit Vereinen auch in Form einer Wanderung durch das Weissacher Tal mit Probierständen.
Der rund 500 Quadratmeter große Biergarten mit seinen steinernen Industriezeitzeugen, direkt neben der Brauerei gelegen, hat 80 Sitzplätze und eine gemütliche Chill-Lounge sowie Stehtische. Hier genießen die Gäste Biersorten namens Schnätterle, ein „altschwäbisches Landbier“, Fetz, ein Durstlöscher mit zitroniger Note und niedrigerem Alkoholgehalt, oder ein Bobbes, das für „Bier ohne besonders betrunkenheitserregende Stoffe“ steht. Insgesamt zehn Sorten hat das innovative Familienunternehmen, das als Weissacher Tälesbräu firmiert, im Programm. „Vier feste und immer einige saisonale Biere wie unser Weissacher Frühling oder den Stachelbock, ein ganz besonderes dunkles Winterbier“, sagt Andreas Huber. Für die hausgemachten Speisen, die im Biergarten und drinnen serviert werden, sind seine Eltern Gabriele und Günter Huber verantwortlich, und auch in der Küche wird Wert auf saisonale und regionale Produkte gelegt.
Die Inhaber der Täles-Brauerei stellen sich auch voll hinter das deutsche Reinheitsgebot. „Das lässt unser Bier so natürlich bleiben, wie es sich gehört, und innerhalb dessen sind noch ungeahnte Geschmacksvariationen möglich“, sagt Andreas Huber.