Seit wieder über die Bebauung des Birkacher Felds gesprochen wird, formiert sich Widerstand dagegen. Bisher, so hieß es bei einem Treffen des Aktionsbündnisses, habe man dies immer abwehren können.

Spaziergänger, Radfahrer, Jogger: Auf dem Birkacher Feld sind einige Menschen unterwegs und genießen das Fleckchen Natur. Das Aktionsbündnis Birkacher Feld will es schützen. Dessen Sprecher Matthias Lutz sagt: „Latent ist das Thema immer da.“ In der Vergangenheit gab es immer wieder Pläne, dort Wohnungen zu bauen. Zurzeit sei dies wieder auf der Tagesordnung des Gemeinderats. Der Unmut beim Aktionsbündnis ist groß, da es beim Wahlkampf 2019 nie angesprochen worden sei.

Matthias Lutz und die anderen haben sich vorgenommen, frühzeitig bereit zu sein. „Der frühe Vogel fängt den Wurm“, erklärt er die rasche Positionierung. Das für vergangenen Donnerstag einberufene Treffen für Unterstützerinnen und Unterstützer diente als Anlass, über die erneuten Bemühungen zu informieren und Ideen auszutauschen. Lediglich ein Dutzend Leute kamen, die Botschaft dürfte ihnen aber deutlich geworden sein: „Mit uns ist zu rechnen.“

Die Bedeutung des Birkacher Felds

Das Aktionsbündnis, das sich im Herbst 2020 gründete, ist kein Verein, wird aber von solchen sowie von Privatleuten unterstützt. Günter Seyfferth kämpft beispielsweise seit über 30 Jahren gegen die Bebauung des Birkacher Felds. „Die Bedeutung des Birkacher Felds für die Bevölkerung muss präsent gemacht werden“, so Seyfferth, der den konstanten Widerstand gegen Bebauungspläne als nahezu heroische Person widerspiegelt. „Wir wollen dem Gemeinderat zeigen, was für ein Juwel wir hier haben.“

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Das Birkacher Feld erstreckt sich zwischen den Ortschaften Birkach, Steckfeld und Asemwald. Landwirtschaftlich und ökologisch hätte die 65-Hektar-Fläche einiges zu bieten, sie tue dem Klima gut. Eine dort entstehende Kaltluftschneise sei wichtig für umliegende Täler. „Wenn es bebaut ist, wird es eine Heizung“, sagt Seyfferth mit dramatischem Ausdruck. Dies würde sich auch auf die umliegenden Orte auswirken, Grund sei die dann entstehende enge Bebauung. Er ergänzt: „Will Stuttgart irgendwann zugebaut sein wie Mexiko City oder Kairo? Das kann die Stadt doch nicht wollen.“

Gespräch mit OB und Baubürgermeister

Neue Wohneinheiten würde in seinen Augen die „Zerstörung von Lebensqualität“ bedeuten, viele Bürger würden den Ort in der Natur nutzen und schätzen. Allerdings möchte man beim Aktionsbündnis nicht als Neinsager wahrgenommen werden. Man erkenne den Mangel an Wohnraum, sieht jedoch größere Chancen in der Innenentwicklung. Am 29. Juli soll es ein Gespräch mit dem Oberbürgermeister Frank Nopper und dem Baubürgermeister Peter Pätzold geben.

Der Sprecher Matthias Lutz ist zuversichtlich, dass sie das Birkacher Feld vor der Bebauung bewahren können. „Aber es ist kein Selbstläufer.“ Den Plänen des Gemeinderats entgegen macht eine Nachricht der Regionalversammlung dem Bündnis Mut. Darin heißt es nämlich, dass die Regionalräte gegen eine Veränderung seien. Und sie haben schließlich das letzte Wort. Dennoch sei man auf der Hut, immer wieder würden neue Politiker Entscheidungskraft haben, sagt Lutz. „Es gibt Personen, die dieses Feld bebauen wollen, das ist ja auch logisch.“ Allerdings habe man sich bislang noch immer zu wehren gewusst.