Bitterschokolade im Test Diese Discounter-Schokolade ist top
Bitterschokoladen schneiden im aktuellen Test von Stiftung Warentest im Prinzip gut ab. Doch in etlichen Produkten entdecken die Tester auch gesundheitsschädliche Stoffe. Was ist da los?
Bitterschokoladen schneiden im aktuellen Test von Stiftung Warentest im Prinzip gut ab. Doch in etlichen Produkten entdecken die Tester auch gesundheitsschädliche Stoffe. Was ist da los?
Stuttgart - Schokolade ist in Deutschland massentauglich. Nur zwei Prozent der Deutschen erliegen der süßen Versuchung nie. 9,2 Kilogramm davon essen Deutsche jährlich, von Bitterschokolade sind es 2,3 Kilo. Die Stiftung Warentest hat nun 24 Produkte mit einem Kakaogehalt zwischen 60 und 75 Prozent getestet. Die Tafeln wurden auf Schadstoffe und Keime untersucht und natürlich probiert. Im Dezemberheft der Zeitschrift „Test“ erhalten 13 Sorten die Note „gut“. Die wichtigsten Fragen und Antworten dazu.
Ja, denn tatsächlich enthält Zartbitterschokolade einen höheren Kakaoanteil und weniger Zucker. Dadurch steigt der Blutzuckerspiegel langsamer an. Zwar ist der Fettanteil etwas höher, doch das wird damit ausgeglichen, dass man in der Regel weniger von der Bitterschokolade isst als von den süßeren Sorten. Zudem kann der Verzehr – in Maßen – von dunkler Schokolade das Risiko für koronare Herzkrankheiten oder Arteriosklerose senken.
Von den insgesamt 24 getesteten Bitterschokoladen wurden 13 mit der Gesamtnote „gut“ bewertet. In der Kategorie Sensorik – also Geschmack, Aussehen, Geruch und Mundgefühl – konnten fünf Sorten sogar mit „sehr gut“ glänzen. Darunter war auch die Edelbitter-Schokolade der Marke Moser Roth von Aldi, die insgesamt auf Platz drei kam – und das zu einem Preis von 0,84 Euro pro 100 Gramm. Auf Platz eins und zwei landeten die viel teureren Sorten „Edle Bitter“ von Hachez für 1,99 Euro und „Excellence Edelbitter mild“ von Lindt für 2,29 Euro.
Sieben geschulte Prüfpersonen haben das Aussehen, den Geruch, den Geschmack und Nachgeschmack getestet. Außerdem untersuchten die Tester das sogenannte Biss-, Mund- und Nachmundgefühl der Schokoladen. Diesem sensorischen Urteil wird mit 50 Prozent beim Testergebnis die größte Bedeutung beigemessen. Die Prüfer verkosteten die Schokoladen bei 18 bis 20 Grad Celsius.
Untersucht wurden Kadmium, Aluminium, Kupfer und Nickel, aber auch Schimmelpilzgifte, Pflanzenschutzmittel und die Mineralölkohlenwasserstoffe Mosh und Moah. Die Schadstoffe beeinflussten das Testergebnis mit 25 Prozent. Sechs verschiedene Tafeln im Test waren deutlich mit Schadstoffen belastet.
In den Bitterschokoladen der Marken Heilemann, Rewe, Rotstern und Zetti wurden aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (Moah) nachgewiesen. „Diese gelten als potenziell krebserregend“, sagen die Experten von Stiftung Warentest. Die Schokolade der Marke Fairafric ist deutlich mit gesättigten Mineralölkohlenwasserstoffen (Mosh) belastet. „Diese Stoffe können sich in Organen anreichern und sie schädigen“, sagen die Tester. Moah sollte demnach überhaupt nicht nachgewiesen werden können und die Grenzwerte von Mosh nicht überschritten werden. Akut schädlich seien die Mineralölrückstände allerdings nicht, die Tester raten aber davon ab, entsprechend belastete Schokoladen täglich zu essen.
Ausgerechnet in der mit 6,70 Euro pro 100 Gramm mit Abstand teuersten Sorte der Marke „Original Beans“ ist der höchste Kadmiumgehalt nachgewiesen worden. Zu viel Kadmium kann die Nieren schädigen. Deshalb hat die Europäische Union 2019 Höchstgehalte für das Schwermetall eingeführt. Eine Bitterschokolade darf je Kilogramm höchstens 0,8 Milligramm enthalten. Zwar lag die „Original Beans“ mit 0,56 Milligramm unter dem Grenzwert, dennoch ist sie im Test damit negativ aufgefallen.
„Bittere Schokolade ist geschmacklich vielfältiger als Milchschokolade“, sagen die Tester. Auch in diesem Test bestätigte sich das: „Sie kann leicht blumig riechen und nach Zitrus schmecken wie die von Hachez oder eine leichte Espresso- und Cassis-Note haben wie die von Aldi.“ Sie kann aber auch ein wenig herb sein und einen Hauch Orange erkennen lassen wie etwa die von Merci. Oder aber den Geschmack von mildem Tabak und Vanille erkennen lassen wie die von Lindt.
Bei vielen Sorten wird Vanille als Zutat angegeben. Die Tester sagen: „In einigen Tafeln ließ sie sich selbst mit empfindlichen Analysemethoden nicht nachweisen.“ Bewertet wurde das nicht, weil die Tester das Gegenteil nicht beweisen konnten – nämlich dass keine Vanille zugefügt wurde. Nur bei Hachez und Lindt konnte Vanille eindeutig nachgewiesen werden.