Ich war ein Baum – unübersehbar ist das, was die Tische aus der Manufaktur von Raphael Rappaport dem Betrachter geradezu zurufen! Jede Tischplatte ein Unikat, wie sie die Natur geschaffen hat. Die unbearbeiteten Holzmonolithe aus Nussbaum, Eiche und anderen heimischen Hölzern stehen in der Werkstatt, und wer so einen echten Rappaport-Tisch sein eigen nennen will, bekommt eine Sonderanfertigung nach den eigenen Wünschen.
Fertig zur Auslieferung an den Kunden steht derzeit eine stattliche Tafel, an der bis zu 14 Personen gemütlich Platz finden, in der Werkstatt. Die Tischplatte hat an den Längsseiten noch die charakteristischen Kanten, wie sie der Stamm der Platane hergab. Die Schmalseiten sind geschmeidig begradigt. Und die massive Platte wird nicht von massiven Tischbeinen, sondern von zwei Glaswangen getragen. Das nimmt der massiven Platte die Wucht und macht das Naturstück zu einem modernen Einrichtungsgegenstand.
Maserung mit Überraschungseffekt
Die ehemaligen Risse in der stattlichen Platte wurden mit Harz aufgefüllt und so entstand eine beeindruckende Maserung. „Das ist auch für den Schreiner immer eine Überraschung, wie es dann letzten Endes aussieht“, erklärt Rappaport, der als Quereinsteiger zum Handwerk gekommen ist und in seinem Zwei-Mann-Betrieb im Stuttgarter Süden mit dem Schreinermeister Marc Layer zusammenarbeitet. Von Freitag bis Sonntag, 22. bis 24. März, sind die Unikate aus der Manufaktur zum ersten Mal bei der Design-Messe Blickfang in der Stuttgarter Liederhalle auf der Plattform für die lokalen Newcomer zu sehen.
Holz eigens für die Produktion von Möbeln zu schlagen, lehnt Rappaport strikt ab. So hat jede Tischplatte ihren Steckbrief, der etwas über ihre Herkunft erzählt. „Es sind Bäume, die wegen Sturmschäden oder wegen einer Baumaßnahme ohnehin gefällt worden wären“, erklärt er. Alle diese Hölzer wären früher einfach zum Heizen im Ofen gelandet. Heute wird daraus langlebiges Design dank neuer Techniken, mit denen so ein Holzmonolith stabilisiert wird, damit er später keine Risse bekommt und nicht mehr weiterarbeitet. So ein Stück hat seinen Preis, ist aber fast für die Ewigkeit. Und wenn sich der Geschmack einmal ändern sollte, kann ein Manufakturtisch auch umgearbeitet werden.
Eigene Plattform für die Stuttgarter
Über 200 Labels stellen bei der Blickfang ihre Kreationen aus. Unter den Neu-Zugängen aus Stuttgart sind auch die Innenarchitektin Milena Romero, die Firma Paro Design, die neben Möbeln Sweat-Shirts und T-Shirts aus fair produzierter Baumwolle vertreibt. Minimalistischer Schmuck mit der Marke byJU kommt aus der Goldschmiede von Julia Kästle und Kerstin Hey präsentiert ihre ausschließlich blau-weiße Porzellankunst aus ihrer eigenen Werkstatt.
Blickfang: Die Designmesse in der Liederhalle ist am Freitag, 22. März, von 12 bis 20 Uhr, am Samstag, 23. März, von 11 bis 19 Uhr und am Sonntag, 24. März, von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Die Tageskarte kostet 14 Euro, Schüler und Studenten sowie Menschen mit einer Behinderung zahlen 12 Euro. Kinder bis 14 Jahre haben freien Eintritt. Hunde müssen leider draußen bleiben.