Braustube und Biergarten schließen Ende des Monats ist Schluss für Tälesbräu

Auch der Tälesbräu-Biergarten wird Ende des Monats schließen. Foto: Eva Herschmann

Ein breites Sortiment an Biersorten, eine große Nachfrage und ein beliebter Biergarten – dass die kleine Brauerei Weissacher Tälesbräu Ende März schließt, kommt überraschend. Wir haben nachgefragt, was dahintersteckt.

Rems-Murr: Phillip Weingand (wei)

Die Nachricht vom bevorstehenden Ende kam als unscheinbarer Post auf der Facebook-Seite des Unternehmens: „Adee, s’war schee“, schreibt das Team der Weissacher Brauerei Tälesbräu. „Wir schließen die Alte Schmiede und die Brauerei ab dem 29. März 2024. Danke an alle, die uns bis hierhin unterstützt haben.“ Bei den Fans der Weissacher Brauerei Tälesbräu, die in Unterweissach auch einen Biergarten betreibt, sorgt die Botschaft für lange Gesichter. „Das ist wirklich schade. So ein gutes Bier findet man nicht an jeder Ecke. Auch euer Essen ist spitze“, schreibt jemand, andere bedauern das Aus des Biergartens. „Das ist ein schlechter Scherz, oder?“, fragt eine Facebook-Nutzerin.

 

Das Aus der beliebten Brauerei ist kein Scherz

Das Aus der kleinen, aber beliebten Brauerei ist kein Scherz. Dies bestätigt das Unternehmen auf eine telefonische Anfrage unserer Redaktion. Allzu viel erfahren wir allerdings nicht: Tälesbräu habe Insolvenz angemeldet – eine darüber hinausgehende Stellungnahme zu den Gründen für das für Außenstehende überraschende Ende des Familienbetriebs gibt es nicht.

Tälesbräu galt lange Zeit als Erfolgsmodell. Das Ehepaar Jessica und der gelernte Braumeister Andreas Huber war schon längere Zeit hobbymäßig in der Bierproduktion unterwegs, ehe die beiden 2018 den Schritt wagten und auf dem Gelände einer ehemaligen Tonfabrik in Unterweissach ihre kleine Brauerei mit Gastronomie eröffneten. Das Gelände war damals im Rahmen einer Bürgerbeteiligung geplant worden – einen Biergarten mit eigener Brauerei im Ort, das rief bei vielen Begeisterung hervor.

Gäste saßen im Schatten des alten Fabrikschornsteins, das Bier kam bei vielen gut an. Was wohl nicht nur am Geschmack, sondern auch an der liebevollen Aufbereitung im Packpapier-Look lag. Das Landbier „Schnätterle“ wird von einer Ente geziert – unter anderem, weil ein Entenfuß im Unterweissacher Ortswappen auftaucht. Auf dem Etikett des alkoholfreien „Bobbes“, das für „Bier ohne besonders betrunkenheitserregende Stoffe“ steht, findet sich ein tollpatschiges Küken. Aber auch bei anderen Sorten wie dem Doppelbock „Reformator“, dem Dunklen „Nachtgrabb“ oder dem Summer Ale „Fetz“ hatten sich die Macher passende, schwäbisch angehauchte Gestaltungen überlegt.

Erst 2020 in eine neue Abfüllanlage investiert

Auch für die Brauerei selbst kommt das Aus offenbar überraschend. Dafür spricht, dass erst 2020 in eine neue, leistungsfähige Abfüllanlage investiert wurde – scheinbar der richtige Schritt: Das Flaschengeschäft lief gut, Tälesbräu fand man nicht nur im eigenen Ladengeschäft, sondern auch in vielen Getränkemärkten und Vollsortimentern der Region. Zudem war die Vertriebschefin Jessica Huber Erste Vorsitzende des erst im November gegründeten Gewerbevereins Weissacher Tal. Dieses Amt hat sie im Zuge der Insolvenz nun aber niedergelegt.

Bier aus Weissach vor dem Aus

Tälesbräu
 hat seine Wurzeln in einem Hobbyprojekt der Gründer. Die erste Sorte eigenes Bier wurde schon 2015 ausgeschenkt – richtig in die Gänge kam die Brauerei jedoch erst 2019, mit dem Erwerb der ehemaligen Schlosserei der Ziegelfabrik Rombold in Unterweissach. Dort betrieb Tälesbräu auch einen Biergarten.


Sorten
 Im Laufe der Jahre gab es viele, teils saisonale Tälesbräu-Sorten. Neben dem Landbier „Schnätterle“ gibt es zum Beispiel „Weissacher Woiza“m „Feschdbier“, „Stachelbock“ sowie das India Pale Ale „Weissacher Heimat“, das alkoholfreie „Bobbes“, „Reformator-Doppelbock und den dunklen „Nachtgrabb“.

Kaufen
 Bis auf Weiteres kommt Bier aus Weissach auch noch in den Handel. Kaufen kann man Tälesbräu unter anderem bei Edeka Bangemann in Unterweissach, in mehreren Rewe-Märkten und Getränkemärkten in der Region, im eigenen Geschäft in Unterweissach und im Weissacher Teekesselchen.

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