Bürgerhospital-Areal in Stuttgart-Nord Bürgerbeteiligung geplant

Ein weiterer Schritt im Bebauungsplanverfahren zum Bürgerhospital-Areal ist getan. Nach wie vor steht noch nicht fest, welche der nicht denkmalgeschützten Gebäude erhalten werden sollen. Dazu soll es auch mehrere Termine für einen Bürgerdialog geben.

Einiges auf dem Gelände des Bürgerhospitals ist denkmalgeschützt, einiges nicht – was trotzdem erhalten wird, steht noch nicht fest. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Einiges auf dem Gelände des Bürgerhospitals ist denkmalgeschützt, einiges nicht – was trotzdem erhalten wird, steht noch nicht fest. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

S-Nord - Ein weiterer Schritt im Bebauungsplanverfahren für das Bürgerhospital-Areal ist getan: In der jüngsten Sitzung des Bezirksbeirats Nord war Carolin zur Brügge vom Stadtplanungsamt nun mit dem Aufstellungsbeschluss da und bekam diesen vom Gremium abgesegnet.

Bis Ende 2015 wird auch die letzte Abteilung des Bürgerhospitals das 3,9 Hektar große Gelände verlassen haben. Dann könne die „sukzessive Neuordnung“ losgehen, so Carolin zur Brügge. Hier stehen denkmalgeschützte Gebäude neben Häusern, die vermutlich abgerissen werden. „Neben dem Bettenbau soll auch der Patientengarten als Grünfläche erhalten werden“, so zur Brügge. Letzterer soll eine Art „Quartiersanker“ werden. Außerdem müsse entschieden werden, so zur Brügge, welche von den nicht denkmalgeschützten Häusern als Kulturdenkmal erhaltenswert sind.

Parallelbebauung mit Türlenstraße wohl nicht möglich

Das Gelände soll bei der Neubebauung auch zugänglicher werden, mit Wegeverbindungen und der Vernetzung mit der Nachbarschaft. „Bisher ist es ja sehr abgeschlossen“, sagte Carolin zur Brügge.

Zu einer parallelen Bebauung von Bürgerhospital-Gelände und dem gegenüberliegenden Areal der Abfallwirtschaft Stuttgart (AWS) an der Türlenstraße wird es wohl doch nicht kommen können. „Momentan sieht es nicht danach aus“, so zur Brügge. Nach wie vor sei keine Alternativfläche für die AWS gefunden. Geplant werden kann dort erst, wenn die Abfallwirtschaft umziehen kann.

Zurzeit werde die Machbarkeitsstudie erarbeitet, erklärte die Stadtplanerin, auf der Basis des Rahmenplans, der einst vom Büro Wick und Partner entworfen worden war. Im Frühjahr werde sie wieder ins Gremium kommen, um den nächsten Schritt vorzustellen.

Zuvor soll aber die Bürgerbeteiligung beginnen: Am 20. November ist ab 17 Uhr ein Erörterungstermin in der katholischen Kirchengemeinde St. Georg an der Heilbronner Straße vorgesehen. Die Planung soll hier den Bürgern vorgestellt werden, und die Anwesenden haben die Möglichkeit, sich dazu zu äußern. Im März 2016 wird es eine Bürgerwerkstatt zur weiteren Entwicklung des Areals geben. „Es ist ein kontinuierlicher Bürgerdialog geplant“, sagte Carolin zur Brügge, „auch zu spezifischen Themen wie etwa dem Patientengarten.“

Verschattungsstudie wird gemacht werden

„Wir freuen uns, dass etwas passiert“, so kommentierte Hans-Christian Wieder (CDU) diesen Schritt im Bebauungsplanverfahren. Ralph Wöhrle (Die Grünen) wollte wissen, wie die Verschattung durch das sogenannte Schwesternhochhaus, in dem Mitarbeiter des Bürgerhospitals wohnen, gelöst werde. Eine Verschattungsstudie werde kommen, erklärte zur Brügge: „Die wird in die Entscheidung, ob das Schwesternhochhaus abgerissen wird oder nicht, mit einfließen.“ Wöhrle regte auch an, einen Teil der AWS-Fläche abzutrennen und parallel zum Bürgerhospital zu entwickeln. So könnte der Traum des Bezirks Nord von einem Bürgerhaus dort doch noch wahr werden. Carolin zur Brügge sagte: „Das Abtrennen wird schwierig, durch die Betriebsabläufe der AWS ist das eigentlich unmöglich.“

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