InterviewBürgermeisterwahl in Freiberg/Neckar „Ich sehe mich nicht als Gegner des Stadtrats“

Schaible setzt bei Streit im Gemeinderat auf sein ausgleichendes Naturell. Foto: factum/Bach
Schaible setzt bei Streit im Gemeinderat auf sein ausgleichendes Naturell. Foto: factum/Bach

Am Sonntag wählen die Freiberger ihren Bürgermeister. Dirk Schaible kandidiert für eine zweite Amtszeit. Im Interview erklärt er, wie er es geschafft hat, die „Freiberger Verhältnisse“ zu befrieden.

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Freiberg/Neckar - Am Sonntag sind Bürgermeisterwahlen in Freiberg am Neckar. Der Amtsinhaber Dirk Schaible hatte früh signalisiert, dass er eine zweite Amtszeit anstrebt. Trotzdem ist der Wahlkampf keine Ein-Mann-Show: Mit Schaible haben auch der Stuttgarter Musikpädagoge Ulrich Raisch und Heiko Gold, der stellvertretende Vorsitzende der Nein!-Idee aus Böbingen an der Rems, sich beworben.
Herr Schaible, am Sonntag haben Sie zwei Konkurrenten, die bereits in vielen Kommunen erfolglos angetreten sind. Die Frage daher: Nehmen Sie die Wahl überhaupt ernst?
Absolut. Es ist ja eine Binsenweisheit: Man ist erst gewählt, wenn man im ersten Wahlgang über 50 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen konnte. Aus meiner Sicht gebietet es auch der Respekt vor dem Wahlamt, dass man das sehr ernst nimmt.
Führen Sie also einen richtigen Wahlkampf?
Wahlkampf mit der Betonung auf ‚Kampf’ würde ich es nicht nennen. Es ist kein Vergleich mit der Situation vor acht Jahren. Insoweit ist es dieses Mal schon entspannter, auch weil mich die Freiberger heute ja kennen. Ich habe mich deshalb in der Vorbereitung für die Wahl für eine gute Mischung aus Ernsthaftigkeit und Zurückhaltung entschieden.
Haben Sie sich ein Ziel gesteckt, was die Wahlbeteiligung angeht?
Ich setze einfach drauf, dass die Freiberger ein sehr wahlfleißiges Volk sind. Ich habe den Wunsch, dass wir 40 Prozent plus x Wahlbeteiligung bekommen. Alles, was höher liegt, wäre natürlich super.
Sie haben es bereits erwähnt: der Wahlkampf vor acht Jahren war ein anderer. Wie hat sich Freiberg seitdem verändert?
Freiberg war vor acht Jahren häufig in den Schlagzeilen, Stichwort „Freiberger Verhältnisse“. Seitdem haben wir alle gemeinsam daran gearbeitet, dass wir wieder auf sachlicher Grundlage diskutieren können. Das tut der Stadtentwicklung gut, und ich werde auch oft von der Bürgerschaft angesprochen, dass das angekommen ist. Das ist nach meinem Verständnis die Grundlage für eine gute Kommunalpolitik. Ich sehe mich als Bürgermeister nicht in Gegnerschaft zum Gemeinderat. Wir kriegen die großen Herausforderungen nur gemeinsam hin.
Wie haben Sie denn die „Freiberger Verhältnisse“ befriedet?
Es war eines meiner zentralen Versprechen, dass ich alles tun werde, um den Zusammenhalt der Stadt herzustellen. Ich glaube, dabei ist mir mein Naturell entgegengekommen. Ich bin einfach von Natur aus nicht streitsüchtig und habe eher den ausgleichenden Charakter.
Wie sieht denn Ihr Führungsstil aus? Über Ihren Vorgänger Maier-Geißer wurde geschrieben, dass er seine Bewerbungsgespräche gerne auch mal beim Caipirinha führe.
Ich bitte um Verständnis: Dazu will ich mich nicht äußern. Es wurde viel, vielleicht manchmal auch zu viel darüber geschrieben. Ich bin froh, dass wir in der Stadt jetzt andere Themen haben.




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