Bürgerstiftung Stuttgart Chance für Jugendliche

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Die Bürgerstiftung hat mit Partnern aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung einen Ausbildungscampus auf den Weg gebracht. Dort werden junge Flüchtlinge und für Jugendliche mit einem Ausbildungshemmnis individuell beraten und in passende qualifizierende Maßnahmen vermittelt werden.

Es gibt derzeit mehr offene Lehrstellen als jugendliche Bewerber. Somit stehen die Chancen für junge Flüchtlinge auf eine Ausbildung gut. Foto: dpa
Es gibt derzeit mehr offene Lehrstellen als jugendliche Bewerber. Somit stehen die Chancen für junge Flüchtlinge auf eine Ausbildung gut. Foto: dpa

Stuttgart - Die Angebote für Jugendliche mit sogenannten Bildungshemmnissen und junge Flüchtlinge sind nicht schlecht. Doch schlecht sind die Information darüber und die Kommunikation zwischen Betroffenen und Anbietern. Das soll jetzt anders werden. Die Bürgerstiftung Stuttgart startet im September mit dem Ausbildungscampus. Und vernetzt somit alle Bereiche. Die Zielgruppe sind zunächst die rund 500 Schüler, die als junge Flüchtlinge das Vorqualifizierungsjahr Arbeit und Beruf (VAB) an einer Berufsschule absolvieren, sowie Jugendliche, die schwer in eine Ausbildung zu vermitteln sind.

Alles Gute kostet Geld

Die Einrichtung dieses Beratungs-und Lernortes ist das Ergebnis eines Runden Tisches, an dem Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung teilgenommen haben, um über die Bündelung der Aktivitäten zur Integration von jungen Flüchtlingen praktisch umzusetzen. „Wir haben die Finanzierung des Runden Tisches kurzerhand übernommen“, erklärte die Vorsitzende der Bürgerstiftung, Helga Breuninger. Und die Stiftung hat auch 500 000 Euro und damit drei Viertel des Budgets für drei Jahre Campus akquiriert. Am 17. Juni entscheidet der Ausschuss für Wirtschaft und Wohnen, ob die Stadt die Miete für die 400 Quadratmeter des Ausbildungscampus im Cannstatter Carré für fünf Jahre übernimmt.

Die Stadt steht hinter dem Konzept

Finanzbürgermeister Michael Föll betont die „herausragende Bedeutung“ der Thematik. Ein Drittel der Flüchtlinge in Stuttgart seien unter 30 Jahre alt. „Die Kernfrage ist, ob wir die Flüchtlinge als Chance für die Stadt begreifen oder die Chance nicht aufgreifen, indem wir nicht aktiv werden“, sagte Föll bei der Vorstellung des Projekts im Kreis der zahlreichen Teilnehmer des Runden Tisches sowie der künftigen Partner des Ausbildungscampus. „Ich habe größten Respekt davor, dass hier ein gemeinsames Konzept gefunden wurde, hinter dem alle stehen“, so Föll. Die Stadt werde alles daransetzen, dass man gemeinsam vorankomme, denn die Integration sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Auch Patenschaften werden angebahnt

Die Bürgerstiftung hat mit ihrer Initiative bundesweit ein Modellprojekt geschaffen. Ende April wurde der Trägerverein für den Campus gegründet. Dort werden die Arbeitsagentur, das Jobcenter, die Beratungsstellen von Sozial-und Jugendamt, die freien Träger, die Industrie-und Handelskammer und die Handwerkskammer Ansprechpartner für die jungen Leute sein. „Wir wollen beispielsweise eine Potenzialanalyse mit den Jugendlichen machen, damit sie auf die richtige Berufsschule kommen“, so beschreibt die Geschäftsführerin der Bürgerstiftung, Irene Armbruster, eines der Ziele. Sie und ihre Mitarbeiter haben gründlich in den Berufsschulen recherchiert, was die Schüler benötigen und was nicht.

Auf dem Campus werden darüber hinaus auch Patenschaften mit Ehrenamtlichen vermittelt, dort können die Jugendlichen im Internet surfen und Bewerbungen schreiben. Daneben werden sie in rechtlichen Fragen beraten und in Sprachkurse vermittelt. Christine Käferle von der Agentur für Arbeit machte eine positive Prognose, denn viele Betriebe seien auf der Suche nach Fachkräften, und es gebe mehr Ausbildungsstellen als jugendliche Bewerber.

Gesucht werden die Koordiantoren

Derzeit sucht die Bürgerstiftung nach Mitarbeitern, die die Koordination der Angebote übernehmen. Zweieinhalb Stellen sind dafür vorgesehen. „Wir haben uns im Vorfeld ebenfalls bei den Jugendlichen der Zielgruppe erkundigt, welche Art von Persönlichkeiten sie sich auf dem Campus wünschen würden“, so Irene Armbruster.




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