Wenn man ein Programm „Advent, Advent und jeder rennt …“ nennt, dann ist klar, dass dessen Haltbarkeit kaum länger als die von Weihnachtsplätzchen, „Bredle“, wie Heinrich Del Core auf gut Schwäbisch sagt, sein dürfte. Aber der „Rest-Italiener“ aus Rottweil, Mutter Schwäbin, Vater Italiener, ist damit bis zum 22. Dezember fleißig unterwegs, bis im neuen Jahr dann wieder die Programme „Glück g’habt!“ und „Jetzt kommt’s beschde (aus 10 Jahren)“ zur Aufführung kommen.
Wenig Überraschung unterm Weihnachtsbaum – und bei den Gags
Tatsächlich wirkt das Weihnachtsprogramm ein bisschen eilig zusammengeschustert und muss Heinrich Del Core im Renitenztheater, das an zwei Abenden ausverkauft ist, gelegentlich einschieben: „Ich hab’ noch was vergessen“. Bis zur SWR-Fernsehaufzeichnung an diesem Freitag in der Stadthalle von Tuttlingen sollte also alles präsent sein.
Dafür aber können mit diesem Kurzzeitprogramm viele dort abgeholt werden, wo sie gerade eh schon sind, ob in Stimmung oder in Gegenstimmung, wobei manche Pointe so überraschend ist wie ein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt oder Socken unterm Christbaum. Apropos: Paaren, die sich gegenseitig versprechen, nichts zu schenken, wird empfohlen, sich das schriftlich geben zu lassen, denn für Männer heißt nichts wirklich nichts, für Frauen aber eben „nur eine Kleinigkeit“, was dann doch wieder zu peinlichen Last-Minute-Aktionen führen kann. Ein Klischee wie das mit der Multitasking-Fähigkeit von Frauen, die auf zwei Parkplätzen gleichzeitig parken können? Geschenkt! Origineller schon ist, dass Del Core an seinen Hemden erkennen kann, ob seine Frau beim Bügeln nun „Tatort“ oder Pilcher geschaut hat.
Über interkulturelle, geschlechtertypische und saisonale Unterschiedliche
Doch zurück zur Weihnachtszeit: Der am 6. Dezember geborene Heinrich Klaus Del Core erzählt von Santaclausophobie und Konfrontationstherapie, von Adventskalendern mit Türstehern – die von Pirelli sind wie immer alle vergriffen – und von der lieben Verwandtschaft aus Italien, die in „Blaskapellenstärke“ einfallen kann. Dabei ist es im engsten Familienkreis mit drei Kindern, Glutenintoleranz und veganen Forderungen schon schwierig genug beim Essen.
Am Ende liest Del Core aus der Weihnachtsgeschichte vor, die er alle Jahre wieder neu schreibt, diesmal mit der frohen Botschaft, dass man sogar einen Krippenplatz bekommen kann, der nicht einmal was kostet. Das schönste Versprechen aber macht Karl Valentin, der gleich zu Beginn der Show zitiert wird: „Wenn die stille Zeit vorbei ist, wird’s auch wieder ruhiger.“