Infektionsfälle an Schulen im Rems-Murr-Kreis Corona-Kater nach Familienfeier

Von  

Mehrere Gäste eines privaten Festes sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das wirkt sich gleich auf mehrere Schulen im Remstal aus. Zum ersten Mal musste eine ganze Klasse in Quarantäne geschickt werden.

Eine neunte Klasse des Burg-Gymnasiums muss 14 Tage daheim bleiben. Die Schüler bekommen Onlineunterricht. Foto: Gottfried Stoppel
Eine neunte Klasse des Burg-Gymnasiums muss 14 Tage daheim bleiben. Die Schüler bekommen Onlineunterricht. Foto: Gottfried Stoppel

Schorndorf/Weinstadt - Von einem „Cluster“ will Martina Keck nicht sprechen. „Es gab am Wochenende eine Häufung an Fällen“, sagt die Sprecherin des Landratsamtes stattdessen. Der Ausgangspunkt dafür ist offensichtlich eine private Familienfeier in einer Gaststätte, in deren Nachgang mittlerweile mehrere Gäste positiv auf das Coronavirus getestet wurden.

Das hatte Auswirkungen auf einige Schulen: Am Max-Planck-Gymnasium in Schorndorf und an der Gemeinschaftsschule in Winterbach wurden Klassen vorsichtshalber geschlossen. Bis nach Weinstadt reichen die Folgen der Familienfeier: Auch eine Lehrerin des Remstal-Gymnasiums wurde positiv getestet. Zudem ist ein Seniorenheim betroffen – wo sich dieses befindet, dazu macht das Landratsamt noch keine Angaben.

Burg-Gymnasium: Eine neunte Klasse ist in Quarantäne

Am stärksten hat es jedoch eine Klasse des Schorndorfer Burg-Gymnasiums getroffen, die als erste im Rems-Murr-Kreis offiziell in Quarantäne geschickt wurde. Wie bereits am Sonntag mitgeteilt, wurde ein Neuntklässler positiv auf das Coronavirus getestet. Auch er hat sich bei der Familienfeier angesteckt, „ist meines Wissens nach aber symptomfrei“, sagt Jürgen Hohloch.

Am Sonntag war der Rektor des Burg-Gymnasiums an der Schule, um die Eltern der betroffenen Klassenkameraden zu benachrichtigen. Die Jugendlichen müssen nun 14 Tage zuhause bleiben. Am Montag wurde laut Hohloch bei den Familien abgefragt, ob sie sich selbst um eine Testung beim Hausarzt kümmern wollen oder das Gesundheitsamt eine Klassentestung organisieren soll. Von Dienstag an werden die Neuntklässler per Fernunterricht ihren normalen Stundenplan absolvieren. „Die Lehrer werden vom verwaisten Klassenzimmer aus unterrichten. Das ist anders als in der Versuchsphase verpflichtend und verbindlich, der Lehrstoff kann abgeprüft werden“, sagt Jürgen Hohloch.

Trotz Quarantäne findet Unterricht nach Stundenplan statt

Die Lehrer des Neuntklässlers dürfen nach Absprache mit dem Gesundheitsamt jedoch weiterhin ihrer Arbeit nachgehen: Das Schulgebäude sei gut gelüftet, der Kontakt durch verordneten Frontalunterricht gering, erläutert Hohloch: „Die Lehrer möchten sich jedoch gerne testen lassen, was sich aber trotz der Gutscheine des Ministeriums leider als schwierig gestaltet“, sagt Hohloch.

Ansonsten empfindet der Rektor die Regelungen als gangbaren Weg – Geschwisterkinder etwa dürfen weiterhin die Schule besuchen, in Quarantäne müssten nur Kontaktpersonen ersten Grades: „Das alles ist maßvoll, es wird nicht gleich der ganze Schulbetrieb lahmgelegt. Und es war ja klar, dass es früher oder später so kommen wird.“ Deswegen hat sich das Landratsamt des Rems-Murr-Kreises bereits in den Sommerferien eine Teststrategie überlegt, die jetzt greift. „Letztendlich muss aber je nach Einzelfall entschieden werden“, sagt Martina Keck.

Positiv getestete Lehrerin am Remstal-Gymnasium Weinstadt

Im Fall der positiv getesteten Lehrerin des Weinstädter Remstal-Gymnasiums muss etwa nur eine weitere Lehrkraft daheim bleiben, zu welcher engerer Kontakt bestand: „Nach Recherche der Stadt Weinstadt und des Gesundheitsamtes wurde der Hygieneplan eingehalten“, heißt es in der Mitteilung des Landratsamts. Deswegen dürfen die Schüler der betroffenen Klassen daheim bleiben, müssen es aber nicht. Das wurde den Eltern freigestellt.

An der Winterbacher Gemeinschaftsschule mussten am Montag beide sechste Klassen daheim bleiben, weil sie nicht strikt voneinander getrennt werden konnten. Ein Schüler der sechsten Klasse ist Kontaktperson eines positiv getesteten Familienmitglieds, das ebenfalls an besagter Feier teilgenommen hatte. Noch im Laufe des Tages konnte Entwarnung gegeben werden: Das Testergebnis des Kindes ist negativ, die Schüler können am Dienstag wieder kommen.

Weinstadt: Schließungen wegen positiv getesteten Reiserückkehrern

Ebenfalls Entwarnung konnte noch am Montag im Fall des Max-Planck-Gymnasiums gegeben werden. Dort mussten eine zehnte Klasse sowie mehrere Lehrer daheim bleiben, weil der Vater eines Schülers positiv getestet worden war. Weil das Testergebnis des Zehntklässlers negativ ist, kann die Klasse am Dienstag nun wieder in die Schule kommen. Nur der getestete Schüler muss als direkte Kontaktperson zusammen mit der Familie in Quarantäne bleiben.

In Weinstadt sind zwei weitere Einrichtungen von Schließungen betroffen, nachdem Reiserückkehrer positiv auf das Coronavirus getestet worden sind. An der Gemeinschaftsschule Weinstadt ist die Klassenstufe sechs betroffen, zudem muss eine Gruppe des Bad-Kindergartens daheim bleiben. Nachdem es in der Familie einer Lehrerin einen positiven Corona-Fall gibt, wurden zwei siebte Klassen der Zeppelinschule nach Hause geschickt. „Die Lage ist ernst zu nehmen, aber ich bin dennoch optimistisch, denn wir alle wissen inzwischen wesentlich besser über Corona Bescheid. Wir alle wissen, was wir tun können, um der Ausbreitung der Pandemie entgegenzuwirken,“ so kommentiert Landrat Richard Sigel den Anstieg von Corona-Fällen an Schulen und in Kitas zu Beginn der zweiten Schulwoche.




Unsere Empfehlung für Sie