Crosstriathlon Echterdingerin holt deutschen Meistertitel
Früher Triathlon, nun Crosstriathlon – es ist ein Wechsel, der sich für Anja Elser offensichtlich bezahlt macht. Beim aktuellen Erfolg lässt sie sogar Männer hinter sich.
Früher Triathlon, nun Crosstriathlon – es ist ein Wechsel, der sich für Anja Elser offensichtlich bezahlt macht. Beim aktuellen Erfolg lässt sie sogar Männer hinter sich.
Die Aktiven von Tria Echterdingen haben im vergangenen Vierteljahrhundert schon diverse Goldmedaillen bei deutschen Meisterschaften gewonnen, hauptsächlich im Jugendbereich und in den Altersklassen bei den Senioren. Nun ist im sächsischen Zittau ein nationaler Titel zur Sammlung hinzugekommen, der mit dem klassischen Triathlon nur ansatzweise zu tun hat: Crosstriathlon heißt die Variante, in der zwar wie gewohnt in einem See die Schwimmstrecke absolviert wird. Anschließend geht es aber nicht über Asphalt, sondern ins Gelände – erst aufs Mountainbike, dann in einem Trailrun über Bergpassagen. Der Name der Echterdinger Gewinnerin: Anja Elser.
„Ich komme zwar vom ursprünglichen Triathlon, aber seit zwei Jahren absolviere ich fast nur noch Wettkämpfe in dieser Sonderform“, sagt Elser. Die 32-Jährige war 2022 an selber Stätte bereits deutsche Vizemeisterin in der Altersklasse Frauen 30 geworden, diesmal sicherte sich die promovierte Maschinenbauerin aus Kaltental die Goldmedaille – und zwar nicht nur in ihrer Kategorie, sondern in der Gesamtwertung der weiblichen Amateure. Mit ihrer Zeit von 3:42:56 Stunden über 1,5 Kilometer Schwimmen, 36 Kilometer auf dem Rad und zehn Kilometer Laufen ließ sie in diesem Wettbewerb alle anderen Starterinnen hinter sich, von Jung bis Alt, und dazu noch einige Männer.
„Ich war mit meiner Vorstellung im Wasser nicht zufrieden, da habe ich mich körperlich nicht wohl gefühlt. Die anderen beiden Disziplinen waren besser“, sagt Elser, die einst allein Schwimmerin war, ehe sie als 19-Jährige von ihren Trainern zum Triathlon geschickt wurde. Jene sahen dort die besseren sportlichen Perspektiven für die gebürtige Stuttgarterin. Die Folge: Elser war über viele Jahre Leistungsträgerin im Triathlon-Landesligateam von Tria Echterdingen. Darüber hinaus fungiert sie im Verein als Sportwartin. Ihr Rennrad hat sie aber mittlerweile in die Ecke gestellt und eben gegen ein Mountainbike eingetauscht.
Am 23. September steht nun im italienischen Andalo als Saisonhöhepunkt noch die Weltmeisterschaft auf dem Programm. Für diese hat sich Elser mit ihrem aktuellen Ergebnis qualifiziert. „Ich muss mal schauen, was möglich ist. Um die Medaillen werde ich vermutlich nicht kämpfen“, sagt Elser, die pro Woche zehn bis 15 Stunden trainiert, häufig gemeinsam mit ihrem Ehemann. Die Favoritenrolle für die WM haben nach Ansicht der Schwäbin die Athletinnen aus Frankreich, Großbritannien und dem Gastgeberland Italien. Dort genießt Crosstriathlon eine größere Popularität als in Deutschland und ist die Sportart zu einer wichtigen Variante geworden, in der entsprechend viele gut besetzte Wettkämpfe stattfinden.