Krimikolumne

Dan T. Sehlberg: „Mona“ Bedrängt, benutzt und bedroht

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Die Frau eines schwedischen IT-Professors liegt im Koma. Hat sie, ein Mensch aus Fleisch und Blut, sich wirklich ein Computervirus einfangen, mit dem eine islamistische Terrorzelle die Welt destabilisieren will? Die Antwort steht in Dan T. Sehlbergs „Mona“.

Dan T. Sehlberg hat einen überaus unterhaltsamen Thriller vorgelegt. Foto: Sandy Haggart
Dan T. Sehlberg hat einen überaus unterhaltsamen Thriller vorgelegt. Foto: Sandy Haggart

Stuttgart - Die islamistischen Terroristen von heute arbeiten nicht mehr nur mit Sprengstoffgürteln. Längst haben sie erkannt, dass im Internet sehr viel mehr Dynamit steckt. Genug, um, sagen wir, den Staat Israel in den Abgrund zu stürzen und nebenbei die ganze Weltwirtschaft gegen die Wand zu fahren. Das ist der Stoff, aus dem der schwedische Autor Dan T. Sehlberg seine „Mona“ geschneidert hat.

Im Mittelpunkt stehen zwei Computergenies. Das eine, Eric Söderquist, ein Professor aus Schweden, arbeitet sehr erfolgreich an einem Verfahren, Rechner mit bloßer Gedankenkraft zu steuern. Das andere, der gebürtige Libanese Samir Mustaf, hat im Auftrag einer Terrorzelle ein Virus programmiert, das die israelische Bank TBI lahmlegen soll. Ausgerechnet in der schwedischen Vertretung dieses Geldinstituts arbeitet die jüdische Frau des Professors als IT-Chefin. Die Wege der beiden Programmierer bewegen sich aufeinander zu, als Söderquists Frau sehr schwer erkrankt. Söderquist ahnt den Grund für die unbekannte Infektion: das Computervirus ist auf seine Frau übergesprungen, als er ihr seine Software-Entwicklung vorgestellt hat.

Gegen jeden Rat und alle Vernunft beschließt Söderquist, den islamistischen Kollegen zu suchen und ihn um ein Gegenvirus zu bitten. Er macht sich auf zu einer Odyssee, die via Südfrankreich in den Nahen Osten führt – verfolgt, bedrängt und benutzt von Mossad und FBI, bedroht von Islamisten.

Das hat Sehlberg sehr spannend zusammengetragen. Und, hey, wer fragt sich bei einem James-Bond-Film, ob nun jeder spielentscheidende Zufall plausibel ist? So ist dem Autor ein gutgemachtes Stück Unterhaltungsliteratur gelungen, das durchaus das Prädikat „lesenswert“ verdient. Über gelegentliche Rührseligkeiten sollte man freilich hinwegsehen.

Dan T. Sehlberg: „Mona“. Aus dem Schwedischen von Dagmar Lendt. Kiepenheuer & Witsch, Köln. 464 Seiten, Klappenbroschur, 16,99 Euro. Auch als E-Book, 14,99; als Audio-CD, 19,95 Euro; als Hörbuch-Download, 23,23 Euro.