Das Rezept der Woche Krautwickel, ein Genuss für die geplagte Seele

Die Kohlroulade, die im Schwäbisch den hübschen Namen Krautwickel hat, mit Kartoffelbrei und etwas Krautsalat. Foto: Michael /Weier 20 Bilder
Die Kohlroulade, die im Schwäbisch den hübschen Namen Krautwickel hat, mit Kartoffelbrei und etwas Krautsalat. Foto: Michael /Weier

Wenn der Lockdown aufs Gemüt schlägt, braucht es auch auf dem Teller etwas Besonderes. Comfort Food, sagt der Engländer dazu. Ein Essen für die Seele! Krautwickel mit einem selbst gemachten Kartoffelbrei gehören definitiv dazu

Stuttgart - Der Lockdown geht nun schon viele Wochen, da darf man gerne auch was fürs Gemüt kochen. Essen kann nämlich die Seele streicheln. Im Englischen sagt man dazu Comfort Food. Das sind in der Regel eher deftige, kalorienreiche Gerichte, nicht allzu kompliziert, die einen im besten Fall auch noch an die Kindheit erinnern.

Mit Kartoffelbrei kann man schön spielen

Beim folgenden Rezept trifft das bei mir hundertprozentig zu. Als Kind war ich immer ein Fan von Kraut, womit ich in Deutschland ja nicht alleine bin. Nicht umsonst nennen uns die Engländer Krauts. Ich habe zum Beispiel Sauerkraut geliebt, das gab es bei uns daheim mit Spätzle. Dies dann wild vermischt, womöglich noch zusammen mit Leberwurst: ein Traum! Aber auch die Kohlroulade, die der Schwabe liebevoll Krautwickel nennt, spielt in dieser Liga. Mit Kartoffelpüree, mit dem man wunderbare Vulkane auf dem Teller bauen konnte, war dieses Essen immer ein Hit.

Dazu kommt: Kraut ist sehr gesund, nicht nur das legendäre Filderkraut, das wir natürlich bevorzugen. Kraut hat sehr viel Vitamin C, was im Winter immer gut ist. Zudem gehört es zu dem Gemüse, das man im Winter bedenkenlos kaufen darf. Weil die Vitamine in rohem Zustand am besten erhalten bleiben, gibt’s einen Krautsalat dazu, dies hat den Vorteil, dass der ganze Kohlkopf aufgebraucht wird. Bei all diesen Vorteilen hat mein neunjähriger Sohn nach dem Essen noch gesagt: „Das gehört ab jetzt zu meinen Lieblingsessen!“ Etwas Schöneres hört ein kochender Vater selten.

Die Zutaten für vier Personen

1 Spitzkohl (eher größer)

400 g Bio-Hackfleisch

(Schwein und Rind gemischt)

1 Brötchen

1 Ei

1 Zwiebel

1 Bund Petersilie

100 g Speckscheiben

½ l Gemüsebrühe

100 g saure Sahne

Salz

Pfeffer

½ TL Majoran,

1 TL Senf

Etwas Speisestärke

Die Zubereitung

Von dem Spitzkohl (Filderkraut!) ganz vorsichtig acht Blätter entfernen und den Strunk in der Mitte entfernen. Den restlichen Kohl halbieren und in feine Streifen schneiden. Die Hälfte davon ergibt einen Krautsalat, die andere kommt in die Krautwickel. Die acht Blätter dann zwei Minuten lang in Salzwasser blanchieren und in Eiswasser abschrecken. Das Hackfleisch mit dem klein geschnittenen Brötchen (wenn es älter ist, vorher in Milch einweichen!) und dem Ei vermischen. Die Zwiebel klein schneiden und in Butterschmalz kurz angehen lassen. Dann die Hälfte des Kohls dazugeben, kurz mitbraten und dann am Ende noch die gehackte Petersilie dazugeben. Alles mit dem Hackfleisch vermischen und mit Salz, Pfeffer, etwas Senf und Majoran vermengen.

Die Masse gut vermischen und dann in die Kohlblätter wickeln und mit Küchengarn verschnüren. Die Pakete in der Pfanne in Butterschmalz anbraten, wieder rausnehmen. Dann den Speck anbraten und mit der Brühe ablöschen. Die Krautwickel wieder dazugeben und abgedeckt etwa 20 Minuten lang köcheln lassen. Danach wieder herausnehmen und die saure Sahne in die Soße (ohne, dass sie kocht!) geben. Mit etwas Speisestärke abbinden. Dazu passt perfekt ein Kartoffelpüree.

Der Kochtipp

Hobbykoch
Michael Weier brät Zwiebeln und Kraut vorher an, bevor er sie in die Masse zum Hackfleisch tut. Wer sie auch knackig mag, kann sich diese Arbeit schenken.

Der Weintipp

Gastgeber
Michael Weier trinkt gerne Wein, zu den Krautwickeln empfiehlt er allerdings ein Bier. Beim Einkauf im Bio-Supermarkt ist ihm nämlich eines seiner Lieblingsbiere in die Augen gestochen: das Fidelio von der Brauerei Härle in Leutkirch (1,49 Euro).




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