Mit riesiger Freude. Dieses Duell zweier Traditionsmannschaften mit tollen Fans ist ein überragendes Los. Ich weiß ja, wie man Eintracht Frankfurt schlägt (lacht), genauso wie mein Teamkollege Luigi Campagna, dem ich nach der Auslosung sofort geschrieben habe.
2018 spielten sie beiden noch für den Regionalligisten SSV Ulm 1846.
Genau – und da haben wir den damaligen Titelverteidiger Eintracht Frankfurt in der ersten Runde mit einem 2:1-Erfolg im Donaustadion aus dem DFB-Pokal geworfen, das war ein unvergessliches Erlebnis. Mit den Kickers sind wir natürlich ein noch krasserer Außenseiter, aber ich hoffe, uns gelingt vor ausverkauftem Haus erneut die Sensation – dann könnten wir sogar Europapokalsieger-Besieger auf die T-Shirts drucken lassen (lacht).
Das Hammerlos dürfte Ihr Wochenende abgerundet haben?
Auf jeden Fall. Wenn man wie wir gegen den SV Oberachern 6:1 gewinnt und ich noch mit zwei Toren zum Sieg beitragen kann – was will man mehr! Dazu absolvierte meine Freundin am Sonntag erfolgreich ihren ersten Tandem-Fallschirmsprung in Bad Saulgau. Das Wochenende passte optimal.
Sie selbst bleiben lieber am Boden?
Ja, in allen Belangen (lacht). Derzeit habe ich zumindest keinen Sprung geplant. Ich hole mir meinen Kick beim Fußball.
Und da ist Ihnen gegen Oberachern mit einem Seitfallzieher ein Traumtor gelungen.
Ja, und es war ganz witzig: Am Donnerstag zuvor machte ich ein Fallrückzieher-Tor und alle sagten, im Training kann das ja jeder. Von daher hat das dann im Spiel ganz gut gepasst.
„Der Trainer baut auf mich“
Vor der vergangenen Winterpause war es für Sie nicht so lustig, sie standen häufig nicht einmal im Kader. 2022 geht es stetig bergauf. Woran liegt’s?
Ich komme regelmäßig zum Einsatz. Der Trainer baut auf mich und schenkt mir das Vertrauen. Ich habe mehr Sicherheit, bin fitter und richtig in Fahrt gekommen. Ich habe nie aufgegeben, Fleiß und ein langer Atem zahlen sich aus.
Vergangene Rückrunde spielten sie auf Rechtsaußen, neuerdings im Sturmzentrum.
Stimmt, Mustafa Ünal stellte mich letzte Saison auf die für mich ungewohnte Rechtsaußen-Position. Ich habe mich reingebissen, und es hat super funktioniert.
Jetzt spielen Sie Mittelstürmer, und damit kommt der Ersatz für Mijo Tunjic aus den eigenen Reihen.
Ohne irgendwie großkotzig zu klingen: Ich habe mich bei den Diskussionen um diese Position schon gewundert, dass mein Name keine große Rolle spielte. Das stachelte mich zusätzlich an, mit Leistung auf mich aufmerksam zu machen. Ich glaube, das ist mir ganz gut gelungen. Ich fühle mich super im Saft.
So gut wie in der Saison 2015/16, als Sie für den SSV Ulm 1846 26 Treffer erzielten?
Zumindest ist bei mir ein gewisses Selbstverständnis zurück. Ich haue alles raus, mache viele Dinge instinktiv und habe einen Riesenspaß.
Warum klappt es diese Saison mit dem Aufstieg?
Weil wir eine noch bessere Mannschaft als im Vorjahr haben – und zwar was die Qualität und die Charaktere betrifft. Zudem können auch von der Bank mit klasse Spielern nachlegen.