Debatte um Opernsanierung in Stuttgart Mehrheit der Stadträte will zeitnah einen Beschluss

In seinem Bemühen, beim Thema Opernsanierung zügig voranzukommen, wird OB Frank Nopper (CDU) von einer klaren Mehrheit im Gemeinderat unterstützt. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
In seinem Bemühen, beim Thema Opernsanierung zügig voranzukommen, wird OB Frank Nopper (CDU) von einer klaren Mehrheit im Gemeinderat unterstützt. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Nicht nur der neue OB Frank Nopper (CDU), sondern auch eine deutliche Mehrheit der Stadträte im Gemeinderat wollen bei der Opernsanierung Nägel mit Köpfen machen. Noch vor der kommunalpolitischen Sommerpause soll ein Grundsatzbeschluss gefasst werden. Doch es gibt auch kritische Stimmen.

Stuttgart - Stuttgarts neuer OB Frank Nopper drückt beim Thema Opernsanierung aufs Tempo: Die Sache sei ausdiskutiert und entscheidungsreif, hatte er gegenüber unserer Zeitung erklärt. Nach Möglichkeit noch vor der kommunalpolitischen Sommerpause könne der Gemeinderat aus seiner Sicht eine Grundsatzentscheidung über das Projekt einschließlich des von seinem Amtsvorgänger auserkorenen Interimsstandorts nahe der Wagenhallen fällen. Eine Mehrheit der Fraktionen im Rat sieht das ähnlich – doch es gibt auch kritische Stimmen.

Linksfraktion kritisiert „hemdsärmelige Ankündigungspolitik“

Für die Grünen und die CDU ist jedenfalls klar: Es sei wichtig, sobald als möglich einen Knopf an die Sache zu machen. „Wir wollen uns aber die Ergebnisse des Opern-Bürgerforums nochmals darstellen lassen“, sagt Grünen Fraktionschef Andreas Winter. Das Forum hatte bekanntlich die Sanierung der Oper einschließlich des Einbaus einer Kreuzbühne mehrheitlich gutgeheißen, zugleich aber nochmals die Prüfung des Paketpostamts als alternativen Interimsstandort angeregt. Auch sein Kollege Alexander Kotz (CDU) sieht nur noch Detailfragen, die zu klären seien. Etwa jene, wie viel Platz auf dem Areal rund um die Cannstatter Zuckerfabrik zur Verfügung steht, um Teile der Werkstätten und Kulissen dorthin auszulagern und so den Neubau des Kulissengebäudes an der Konrad-Adenauer-Straße möglichst schlank ausfallen zu lassen. Kotz will zudem, dass sich die Stadt gegenüber dem Land gegen Mehrkosten absichert: „Das Beispiel John-Cranko-Schule sollte uns eine Mahnung sein.“ Für den kulturpolitischen Sprecher der SPD-Fraktion, Dejan Perc, spricht nichts gegen eine Grundsatzentscheidung im Sommer. FDP-Fraktionschef Mathias Oechsner will ebenfalls, „dass es irgendwann auch wirklich losgeht mit der Sanierung.“ Und auch für AfD-Sprecher Christian Koehler ist das Thema „definitiv entscheidungsreif.“

Anders Hannes Rockenbauch von der Linksfraktion. Es fehlten weiterhin ausgereifte Planungen für das Interim und zum Kulissenlager an der Zuckerfabrik: „Hemdsärmelige Ankündigungspolitik bringt nichts, wir müssen auf einer fundierten Grundlage entscheiden können.“




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