Der größte Styler auf der Berlinale Lars Eidingers Tracht und Tränen

Von Tomo Pavlovic 

Der Schauspieler Lars Eidinger weint auf der Berlinale. Und sieht dabei auch noch sehr gut aus. Ein modischer Stilcheck.

Aparter Kragenschmuck: der an Mode nicht gänzlich uninteressierte Schauspieler Lars Eidinger ist auf der Berlinale gleich in zwei Wettbewerbsfilmen zu bewundern. Foto: dpa/Gerald Matzka 8 Bilder
Aparter Kragenschmuck: der an Mode nicht gänzlich uninteressierte Schauspieler Lars Eidinger ist auf der Berlinale gleich in zwei Wettbewerbsfilmen zu bewundern. Foto: dpa/Gerald Matzka

Stuttgart - Normalerweise juckt das keinen mehr, wenn ein Mann in unserer an Gefühlsausbrüchen nicht gerade armen Öffentlichkeit die Tränen kullern lässt. Einfach ignorieren und eine Rettungsgasse bilden! Handelt es sich bei dem Mann allerdings um Lars Eidinger, der in einer Pressekonferenz auf der Berlinale aus Verzweiflung über die „vergiftete Gesellschaft“ weint, wird man hellhörig. Schließlich gehört der 44-Jährige zu den besten Schauspielern und begabtesten Selbstdarstellern des Republik. In den sozialen Medien ist nun von falscher Betroffenheit die Rede, auch weil Lars Eidinger kürzlich mit einer Designertasche im Aldi-Look vor einer Unterkunft für Obdachlose posierte. Buh!

Maskuliner Herrenschmuck

Die Zeiten, in denen man mit ambivalenter Mode provozieren durfte, sind halt endgültig vorbei, das hat auch der Verkleidungskünstler und Fashion King Lars Eidinger verstanden. Politisch korrekt beweinte er die toxische Gesellschaft im schwarzen Traueranzug über einem weißen Hemd mit Kragenschieber. Das Teil sieht wie ein schmaler Lederbinder aus und kommt ursprünglich aus der Trachtenbekleidung. Der Kragenschieber ist ein klassischer, sehr maskuliner Herrenschmuck. Schon deswegen kommt es besser, wenn man wie Eidinger dazu heult.