Der Wahlkreis Stuttgart III Holt der CDU-Kandidat die AfD-Wähler zurück?

Der Landtag ist das Ziel, doch wer aus dem Wahlkreis Stuttgart III wird dort Einzug halten? Foto: dpa/Felix Schröder
Der Landtag ist das Ziel, doch wer aus dem Wahlkreis Stuttgart III wird dort Einzug halten? Foto: dpa/Felix Schröder

Reinhard Löffler von der CDU will es noch einmal wissen – und nach fünf Jahren Zwangspause in den Landtag zurück. Statt mit Minister Franz Untersteller hat er es im Wahlkreis Stuttgart III bei den Grünen diesmal mit dem Landesvorsitzenden Oliver Hildenbrand zu tun.

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Stuttgart - Der Wahlkreis III hat innerhalb Stuttgarts ein eigenes Profil: Er liegt jenseits der teuren Halbhöhenlagen, fern der urbanen City. Er hat Industrie, hier wohnen mehr Malocher und Normalverdiener. Dafür ist der Wahleifer geringer. 2016 lag die Beteiligung bei 69,9 Prozent – 7,5 Punkte niedriger als im Filderwahlkreis.

Bis 1972 lagen die Sozis gut im Rennen. Von 1976 an, als aus ehemals fünf Stuttgarter Wahlkreisen vier geworden waren, gab hier die CDU den Ton an. Sogar 2011, als die CDU mit Ministerpräsident Stefan Mappus wegen ihres Draufgängertums bei Stuttgart 21 und wegen der Atomkraftdebatte wie ein leckgeschossenes Kriegsschiff unterging. Auch da konnte Reinhard Löffler für die CDU das Mandat verteidigen. Fünf Jahre später ging das letzte Direktmandat für die CDU in Stuttgart dann doch verloren. Da wurde Löffler nach zehn Jahren Landtag vom grünen Umweltminister Franz Untersteller rausgekegelt. Nun will das alte CDU-Schlachtross es noch einmal wissen.

Können AfD-Wähler zurückgeholt werden?

Untersteller wählte den Ruhestand. Für die Grünen tritt Jungspund Oliver Hildenbrand (33) an. Das ist der Landesvorsitzende, in der Stadtgesellschaft nicht besonders eingeführt. Ihm habe er Erfahrung in Politik und Beruf voraus, glaubt Löffler, der sich als Parteigänger der mittelständischen Wirtschaft und als Versteher der automobilen Arbeitswelt sieht. Aber er weiß auch, dass es oft eher um die Spitzenkandidaten und die politische Großwetterlage geht. Und Zweitmandate gab es für die CDU in Stuttgart zuletzt 1972. Ob Löffler obsiegt oder doch der Parteifreund des grünen Ministerpräsidenten, der sich Klima- und Naturschutz und Vielfalt auf die Fahnen schreibt, hängt wohl auch daran, ob etwa in Mühlhausen wieder so viel AfD gewählt wird wie letztes Mal mit 18,9 Prozent (im ganzen Wahlkreis waren es 15,3 Prozent). Löffler will „AfD-Wähler zurückholen“. Das versucht Andreas Mürter (AfD) zu verhindern, der aber nicht so bekannt ist wie sein Vorgänger Bernd Klingler.

Für die SPD geht es darum, ob sie endlich wieder einmal ein Zweitmandat herausschlägt wie in den Jahren 1976 bis 2001 allein sechsmal mit Ulrich Maurer. Diesmal probiert die SPD es mit Sarah Schlösser. Die FDP versucht ihr Glück mit Jürgen Gert Reichert, ging hier bei den Zweitmandaten aber seit 1976 leer aus.




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