Der Wahlkreis Stuttgart IV Grüne Kulturexpertin gegen CDU-Lokalmatador

Wer  aus dem Wahlkreis Stuttgart IV wird im Plenarsaal Platz nehmen? Es gibt zwei Favoriten. Foto: AFP/Thomas Kienzle
Wer aus dem Wahlkreis Stuttgart IV wird im Plenarsaal Platz nehmen? Es gibt zwei Favoriten. Foto: AFP/Thomas Kienzle

Petra Olschowski versucht das zweimal von Brigitte Lösch eroberte Direktmandat im Wahlkreis Stuttgart IV für die Grünen zu verteidigen. Der Christdemokrat Roland Schmid unternimmt einen weiteren Anlauf, um in den Landtag zurückzukommen.

Stuttgart - Der Wahlkreis Stuttgart IV ist meist stark umkämpft gewesen. Seit 1976 die zuvor fünf Wahlkreise der Stadt auf vier reduziert worden sind, hatte in diesem Revier mit Bad Cannstatt und den anderen Neckarvororten die CDU Vorteile. Bis 1988. Dann gewann mal ein CDU-Kandidat, mal eine SPD-Bewerberin das Direktmandat. Bis die Grünen 2011 knapp und 2016 klarer obsiegten. Das schaffte beides Mal Brigitte Lösch. Im Jahr 2016 lagen gut 12 Prozentpunkte zwischen ihr und dem Zweitplatzierten Roland Schmid (CDU), der hier 1996 noch das Direktmandat errungen hatte.

Jetzt tritt Lösch nicht mehr an. Diesmal bewirbt sich für die Grünen Petra Olschowski, Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst. Für die CDU tritt wieder der Ex-Abgeordnete Schmid an. Gegensätzlicher könnten die Personalangebote der beiden führenden Parteien kaum sein: Hier die kunst- und kulturaffine Frau von der linken Neckarseite, dort der auch für CDU-Verhältnisse als konservativ geltende Anwalt aus dem traditionsbewussten Cannstatt, für den das Wort Lokalmatador erfunden zu sein scheint. Mit Katrin Steinhülb-Joos mischt für die SPD auch eine Cannstatterin mit, die dort als Schulleiterin gut vernetzt sein dürfte und mit der Bildung ein wichtiges Thema besetzt. Und 2016 hatte die SPD mit Rolf Gaßmann in dem Wahlkreis mit 13,5 Prozent ihr bestes Stuttgarter Ergebnis.

Die FDP schnitt 2016 hier besonders schlecht ab

Relativ stark schnitt auch die Linke ab, die mit Bernd Riexinger, dem späteren Bundesvorsitzenden und Bundestagsabgeordneten, auf 5,9 Prozent kam – aber landesweit unter der Fünf-Prozent-Hürde blieb. Die seinerzeitige Ersatzbewerberin Ursel Beck ist nun Erstkandidatin. Die FDP, die 2016 mit dem Parlamentarischen Berater Jan Havlik mit 8,0 Prozent ihr schlechtestes Wahlkreisergebnis in Stuttgart einfuhr, versucht mit dem IT-Experten Thilo Scholpp zu punkten. Die AfD, für die sich der Berufskraftfahrer und Heizölhändler Jörg Feuerbacher bewirbt, errang 2016 mit dem Anwalt und Stadtrat Eberhard Brett 12,0 Prozent und damit ihr zweitbestes Wahlkreisergebnis in Stuttgart. Doch seither hat sie in Rathaus und Landtag Querelen, ja Eklats produziert. Ob ihr das nicht doch einmal schadet?




Unsere Empfehlung für Sie