Die ersten Freibäder öffnen am Wochenende Das große Anschwimmen

Das Schlossfreibad in Sachsenheim nimmt eine Sonderstellung ein, weil es als einziges im Kreis ehrenamtlich von Bürgern betrieben  wird. Foto: factum/Weise
Das Schlossfreibad in Sachsenheim nimmt eine Sonderstellung ein, weil es als einziges im Kreis ehrenamtlich von Bürgern betrieben wird. Foto: factum/Weise

Für Wasserratten beginnt in vielen Schwimmbädern des Kreises Ludwigsburg die Freiluftsaison. Trotz kalter Temperaturen öffnen zahlreiche Freibäder an diesem Sonntag ihre Pforten. Das Wellarium in Steinheim prescht vor und startet schon am Samstag.

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Kreis Ludwigsburg - Zwölf Freibäder versprechen zwölfmal Abkühlung – die im kalten Frühjahr 2016 noch niemand wirklich braucht. Doch an der gewohnten Übung, am ersten Maiwochenende in die Saison zu starten, rütteln die großen Bäder im Landkreis Ludwigsburg deshalb nicht. Eine Ausnahme bildet das Freibad in Ludwigsburg-Hoheneck, wo das Anschwimmen wegen des schlechten Wetters um eine Woche verschoben wurde. Etliche kleinere Bäder lassen sich wie jedes Jahr ohnehin mehr Zeit. Für die paar Badegäste in der ersten Maihälfte lohne der Aufwand nicht, die Becken zu heizen und Personal vorzuhalten, lautet stets die Begründung. Die Bandbreite der Freibäder im Überblick:

Das Größte Gemessen an der Zahl der Becken ist der Badepark Ellental in Bietigheim-Bissingen Spitzenreiter im Kreis. Mit einem Sport-, Sprung-, Wellen-, Warm-, Nichtschwimmer- und Kinderplanschbecken erfüllt das Gelände alle Anforderungen an ein modernes Freibad. Wer Bade­action sucht, findet im Ellental die laut Betreiber größte freitragende Rutsche Süddeutschlands mit einer Länge von 158 Metern. Bei meist weit über 200 000 Gästen im Jahr ist der Badepark bei einem rund zwei Hektar großen Liegebereich Anziehungspunkt Nummer eins für Freibadfans.

Das Kleinste Die kleinen Freibäder setzen demgegenüber laut ihrer Betreiber ganz auf Ruhe und Entspannung. Löchgau, Eberdingen und Mundelsheim dürften aus Sicht eines, sagen wir, 15-Jährigen daher nur bedingt geeignet sein, der Flamme aus der Parallelklasse mit einer krachenden Arschbombe zu imponieren. Familien bilden hier die vorrangige Zielgruppe. Das kleinste Bad liegt an der Mundelsheimer Neckarschleife. Es bietet mit 1500 Quadratmetern die knappste Liegefläche aller Bäder, dafür aber einen atemberaubenden Blick auf die Steillagen der Weinberge. Saisonbeginn ist am 14. Mai, der Biergarten am Freibad hat bereits geöffnet.

Das Früheste Wer es trotz Schmuddelwetters nicht erwarten kann, darf sich schon am Samstag auf den Weg nach Steinheim an der Murr machen. Das dortige Wellarium startet einen Tag vor den meisten anderen Bädern in die Saison. Geboten bekommen die Besucher ein neues Erlebnisbecken. Knapp eine Million Euro hat die Stadt in das Bad investiert. Neben dem Becken mit Sprudelliegen und Strömungskanal erhält das Wellarium eine neue Dusch- und Umkleidehalle – die aber nach Problemen beim Bau nicht zum 30. April fertig wird.

Das Schönste Wer will hier objektiv urteilen, ohne Widerspruch zu ernten? Sportangebot, Familienfreundlichkeit, Lage – der Kriterien gibt es viele. Bei einer Liste der schönsten Freibäder dürfte jenes in Ludwigsburg-Hoheneck ganz weit vorne liegen. Idyllisch am Neckar gelegen und mit viel altem Baumbestand, einem 50-Meter-Becken und hübschen Bereichen für kleine Kinder erfüllt es viele Wünsche von Feibadfans. Die müssen sich mittelfristig womöglich umstellen. Die Bäder in Ludwigsburg, auch die Anlage in Hoheneck, benötigen eine Runderneuerung im großen Stil. Wegen hoher Kosten wird nun erwogen, unter anderem Hoheneck zu Gunsten eines zwischen Ludwigsburg und Kornwestheim gelegenen neuen Badeparks zu schließen. Mit Wickelbereich und Küche für Babynahrung gilt übrigens das Enztalbad in Vaihingen als besonders familienfreundlich.

Das Günstigste . . . findet sich logischerweise unter den Kleinen. Das Eberdinger Freibad ist mit einem Tageseintrittspreis von zwei Euro für Erwachsene und einem Euro für Kinder und Jugendliche unschlagbar günstig. Geboten wird dafür ein Kleinod mit einem 33,3 Meter langen Drei-Bahnen-Becken, einem Ein-Meter-Brett, einem Baby-Planschbereich, Tischtennisplatten, Liegestühle und weiterem mehr.

Das etwas Andere Die Freibäder im Kreis Ludwigsburg werden von den jeweiligen Kommunen betrieben. Ausnahme: das Schlossfreibad in Sachsenheim. 50 Jahre lang in der Trägerschaft der Stadt, sollte das Bad 2003 aus Kostengründen geschlossen werden. Engagierte Bürger gründeten deshalb einen Verein, mit dem sie das Schlossfreibad seitdem ehrenamtlich weiterführen – bei 40 000 bis 65 000 Gästen pro Jahr durchaus eine Erfolgsgeschichte.




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