Die Kelten – eine noch wenig beachtete Attraktion Land stelltKelten ins Rampenlicht

Von Arnold Rieger 

Die grün-schwarze Koalition will Millionen ausgeben, um ein Erlebniszentrum zu bauen und die Fundstellen besser zu präsentieren.

Ein Freilichtmuseum bei der Heuneburg gibt es schon, doch das Land will hier ganz groß einsteigen und ein Erlebniszentrum bauen. Foto: dpa
Ein Freilichtmuseum bei der Heuneburg gibt es schon, doch das Land will hier ganz groß einsteigen und ein Erlebniszentrum bauen. Foto: dpa

Stuttgart - Grün-Schwarz will einen zweistelligen Millionenbetrag aufwenden, um der Bevölkerung die keltische Vergangenheit des Landes näher zu bringen. „Baden-Württemberg ist das Land in Deutschland, wo die Kelten zu Hause waren“, heißt es in einer Vorlage für den Ministerrat, die unserer Zeitung vorliegt. Die Kelten seien ein „Aushängeschild“. Die grundsätzliche Absicht, eine landesweite Konzeption dafür zu erstellen, hatte das Kabinett bereits vor einigen Wochen bekundet. Nun aber haben sich die Regierungsfraktionen auch auf den finanziellen Rahmen verständigt.

Demnach soll bei der Heuneburg im Landkreis Sigmaringen, in deren Nähe Archäologen jüngst bedeutende Funde (Keltenfürstin) gemacht haben, für einen „niedrigen zweistelligen Millionenbetrag“ ein zentrales Kelten-Erlebniszentrum entstehen. Die Region beteilige sich mit einer Million Euro daran, heißt es weiter. Die Kosten für den laufenden Betrieb der neuen Einrichtung werden auf eine Million Euro pro Jahr taxiert.

Das Land hat jede Menge Kelten-Fundstellen

Mit der Heuneburg, die im Zentrum der Aktivitäten steht, sollen zahlreiche weitere bedeutende Fundstellen im Südwesten vernetzt werden. Dazu zählen etwa der Heidengraben am Albtrauf (Kreis Esslingen), das Keltengrab von Hochdorf (Kreis Ludwigsburg) und der Münsterhügel von Breisach (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald). Auch hieran will sich das Land beteiligen, allerdings mit maximal fünf Millionen Euro für Investitionsmaßnahmen, wie es in der Vorlage heißt. Außerdem sollen jährlich nicht mehr als 700 000 Euro für den laufenden Betrieb ausgegeben werden. Auf zwei Millionen taxieren die Fraktionen die Kosten für ein Tourismus- und Werbekonzept, weitere zwei Millionen werden für „sonstige Maßnahmen“ veranschlagt. Außerdem entstehen Folgekosten von einer Million jährlich.

Grüne und CDU zeigen sich begeistert

Grünen-Fraktionschef Andreas Schwarz, der die Vorlage gemeinsam mit CDU-Fraktionsvize Karl-Wilhelm Röhm in der Koalition abgestimmt hat, sagte unserer Zeitung: „Ich bin von der Keltenkonzeption begeistert, wir haben archäologische Juwelen im Land, und es ist für mich selbstverständlich, dass wir sie endlich ins Rampenlicht stellen.“ Die Heuneburg habe sogar das Potenzial zum Welterbe. Die Koalition wolle die Geschichte der Kelten erlebbar machen und Heimatkunde, Naherholung und Tourismus damit verbinden. Schwarz: „Dafür lohnt es sich, an der Heuneburg und am Heidengraben auf der Schwäbischen Alb zu investieren.“

Auch Röhm rechtfertigte die geplanten Investitionen. Die Regionen im ländlichen Raum profitierten davon: „Es entsteht ein touristisches Highlight.“