Rems-Murr/ Ludwigsburg: Martin Tschepe (art)

Wer weniger arbeitet, hat mehr Freiraum, wird gelassener und vielleicht ein bisschen souveräner. Nur wer Freiräume hat, ist auch zufrieden. Der Bosch-Personalchef Christoph Kübel hat vor ein paar Tagen im StZ-Interview erklärt: „Zufriedene Mitarbeiter sind kreativer.“ Weil ich einen Tag pro Woche weniger in die Redaktion komme, habe ich doch nicht weniger Ideen. Im Gegenteil: eher mehr. Ich habe montags viel Zeit – zum Lesen, um mit meiner Tochter zu plaudern, die älter werdenden Eltern öfter zu besuchen, mich bei meinem Schwimmverein mehr zu engagieren. Wer die Arbeitszeit reduziert, erkennt, dass er nicht nur für den Job brennt. Das ist auch für den Job nicht so schlecht.

Ich habe mehr Zeit um meine Ideen auszubrüten, ja, auch Ideen für die nächste größere Reportage oder eine neue Serie. „Schön blöd bist Du“, sagen manche Kumpels. Arbeitest weniger, verdienst weniger Geld und denkst trotzdem fast jeden Montag nach über neue Geschichten für deine Zeitung. Die Antwort ist einfach: es macht halt Spaß. Auch ein paar Passagen dieses Texts sind an einem meiner Frei-Tage entstanden. In immer mehr Führungsetagen der Unternehmen hat sich längst herumgesprochen: Jeden Tag acht oder mehr Stunden konzentriert am Stück arbeiten: das geht auf Dauer gar nicht.

Eine Führungsposition kann ich mir abschminken

Nachteile? Klar hat die Vier-Tage-Woche auch Nachteile. Der erste: weniger Kohle. Der Chef hat damals etwas mürrisch ausrichten lassen, mir müsse aber klar sein: „Einmal Teilzeit, immer Teilzeit.“ Und damit vermutlich sagen wollen: Eine Führungsposition kann ich mir abschminken. Er ist längst nicht mehr im Amt. Und ich will eh nicht mehr Fulltime arbeiten.

Wir sollten lernen, wann genug ist. Genug konsumiert, genug gekauft, genug gesessen und genug gearbeitet. Für alle, die es sich zurzeit finanziell nicht leisten können, auf ein Fünftel ihres Bruttogehalts zu verzichten, ein kleiner Tipp: Arbeitet nur noch halbtags – halt zweimal täglich. Früh anfangen, dann eine längere Pause einlegen, mit Schwimmen, Laufen, Spazieren gehen, Yoga oder was auch immer. Und dann die zweite Halbtagsschicht. Wirkt Wunder, ganz bestimmt. Und vielleicht ist das Häusle ja in ein paar Jahren abbezahlt. Dann kann man immer noch vier statt fünf wählen. Weniger ist nämlich mehr.

Was will ich wirklich?

Mehr Zeit haben als andere, das ist vielen Menschen verdächtig. Speziell im Ländle der Schaffer und Häuslebauer. Der Psychologe Volker Kitz hat kürzlich in einem Interview mit der „Welt am Sonntag“ gesagt, die Menschen hätten vergessen, wozu sie wirklich Lust haben. Immer nur arbeiten? Das kann’s doch nicht sein. Den meisten Leuten käme auch nach einiger Bedenkzeit allenfalls eins in den Sinn: Sex. Eher kein Tage füllendes Programm. Viele Menschen klagten über ihren Job, änderten aber nichts, sagt Kitz. Wer traut sich schon beim Blick in den Spiegel zu fragen: Wie kann ich mehr aus meinem Leben machen? Wie raus kommen aus dem Trott? Was will ich wirklich?

Vier statt fünf Tage arbeiten, das hört sich nicht nach dem ganz großen Wurf an. Der Schritt in Richtung Teilzeit kann aber manches in Bewegung bringen, vorausgesetzt die Rate für das gekaufte Häusle ist nicht zu hoch. Auch wenn die Arbeit vorher Spaß gemacht hat, ich kann fest versprechen: Der Spaß wird mehr. Und falls die Arbeit keine Freunde bereitet haben sollte: Der Ärger wird ganz bestimmt nicht größer, er wird kleiner, um mindestens ein Fünftel.

„Zufriedene Mitarbeiter sind kreativer“

Wer weniger arbeitet, hat mehr Freiraum, wird gelassener und vielleicht ein bisschen souveräner. Nur wer Freiräume hat, ist auch zufrieden. Der Bosch-Personalchef Christoph Kübel hat vor ein paar Tagen im StZ-Interview erklärt: „Zufriedene Mitarbeiter sind kreativer.“ Weil ich einen Tag pro Woche weniger in die Redaktion komme, habe ich doch nicht weniger Ideen. Im Gegenteil: eher mehr. Ich habe montags viel Zeit – zum Lesen, um mit meiner Tochter zu plaudern, die älter werdenden Eltern öfter zu besuchen, mich bei meinem Schwimmverein mehr zu engagieren. Wer die Arbeitszeit reduziert, erkennt, dass er nicht nur für den Job brennt. Das ist auch für den Job nicht so schlecht.

Ich habe mehr Zeit um meine Ideen auszubrüten, ja, auch Ideen für die nächste größere Reportage oder eine neue Serie. „Schön blöd bist Du“, sagen manche Kumpels. Arbeitest weniger, verdienst weniger Geld und denkst trotzdem fast jeden Montag nach über neue Geschichten für deine Zeitung. Die Antwort ist einfach: es macht halt Spaß. Auch ein paar Passagen dieses Texts sind an einem meiner Frei-Tage entstanden. In immer mehr Führungsetagen der Unternehmen hat sich längst herumgesprochen: Jeden Tag acht oder mehr Stunden konzentriert am Stück arbeiten: das geht auf Dauer gar nicht.

Eine Führungsposition kann ich mir abschminken

Nachteile? Klar hat die Vier-Tage-Woche auch Nachteile. Der erste: weniger Kohle. Der Chef hat damals etwas mürrisch ausrichten lassen, mir müsse aber klar sein: „Einmal Teilzeit, immer Teilzeit.“ Und damit vermutlich sagen wollen: Eine Führungsposition kann ich mir abschminken. Er ist längst nicht mehr im Amt. Und ich will eh nicht mehr Fulltime arbeiten.

Wir sollten lernen, wann genug ist. Genug konsumiert, genug gekauft, genug gesessen und genug gearbeitet. Für alle, die es sich zurzeit finanziell nicht leisten können, auf ein Fünftel ihres Bruttogehalts zu verzichten, ein kleiner Tipp: Arbeitet nur noch halbtags – halt zweimal täglich. Früh anfangen, dann eine längere Pause einlegen, mit Schwimmen, Laufen, Spazieren gehen, Yoga oder was auch immer. Und dann die zweite Halbtagsschicht. Wirkt Wunder, ganz bestimmt. Und vielleicht ist das Häusle ja in ein paar Jahren abbezahlt. Dann kann man immer noch vier statt fünf wählen. Weniger ist nämlich mehr.