Die Welt der Vulkane Was verursachte die vulkanische Tätigkeit auf der Alb?

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Erodierte Vulkanschlote

Die Kratertrichter der Alb-Vulkane wurden vermutlich innerhalb von einigen Tausend bis Zehntausend Jahren – nach deren Aktivität – mit Seesedimenten komplett ausgefüllt und ihr Ringwall aus losen Auswurfmassen durch Erosion abgetragen. „Beim Randecker Maar wurden seit seiner Entstehungszeit zusätzlich mindestens 60 Meter der eigentlichen Landschaftsoberfläche durch Erosion abgetragen. Das kann man anhand von Kalkblöcken nachweisen, die ursprünglich vom Kraterrand in den Kratersee gestürzt waren“, so die Vulkanologin. Die Gesteinsschicht, aus der sie stammen, existiere nämlich heute dort nicht mehr an der Oberfläche.

Was verursachte die vulkanische Tätigkeit auf der Alb? Wie überall waren Bewegungen der Kontinentalplatten in der äußeren, festen Erdhülle dafür verantwortlich. Cornelia Park: „Die Hebung der Alpen, beginnend im Jungtertiär vor 35 Millionen Jahren, ist eine Folge der Kollision der europäischen mit der afrikanischen Kontinentalplatte.“ Dehnungsvorgänge im Hinterland des Alpenbogens, so auch im Bereich der Alb, hätten den Aufstieg von Magmen begünstigt.

Schwimmende Kontinentalplatten

Die Kontinentalplatten bestehen aus der Erdkruste mitsamt Teilen des oberen Erdmantels. Diese feste Gesteinshülle (Geologen nennen sie Lithosphäre) unter Mitteleuropa ist durchschnittlich 100 Kilometer dick und somit im Vergleich zum Gesamtdurchmesser der Erde (12 742 Kilometer) hauchdünn.

Es gibt sieben großen Kontinentalplatten. Sie können sich auf dem darunterliegenden, plastisch verformbaren Erdmantelbereich verschieben. Erdbeben entstehen an Zonen, wo sie zusammenstoßen und eine Kontinentalplatte unter die andere sinkt, aber auch innerhalb der Platten. Als die Vulkane der Schwäbischen Alb ausbrachen, gab es noch keine Menschen. Die Auswirkung der nur kurz andauernden Maar-Eruptionen beschränkte sich auf ein kleines Gebiet von nur wenigen Kilometern im Umkreis der Vulkane. Die Kraterseen der Maare ermöglichten hingegen viele tausend Jahre lang eine artenreiche Lebewelt in ihrem Umland. So waren die Eruptionen eindeutig mehr ein Gewinn als eine Katastrophe für Fauna und Flora.

Pompeji und der Vesuv – 79 n. Chr.

Anders mag das – zumindest aus einer kurzfristigen Perspektive betrachtet – in Bezug auf die Auswirkungen großer Eruptionen aussehen. Der Ausbruch des Vesuv bei Neapel im Jahre 79 n. Chr. ist wohl das bekannteste Beispiel einer solchen plinianischen Eruption. Damals wurden die Städte Pompeji, Herculaneum, Stabiae und Oplontis unter einer bis zu 25 Meter mächtigen Decke aus Asche und Bimsstein verschüttet, Tausende starben.

Zur Info: Plinianische Eruptionen sind gewaltige explosive Vulkanausbrüche, die mit enormen Aschenfällen verbunden sind. Ihren Namen verdanken sie dem Augenzeugen und Chronisten Plinius dem Jüngeren, der den Ausbruch des Vesuvs und den Untergang Pompejis in zwei Briefen an den römischen Geschichtsschreiber Cornelius Tacitus beschrieb. Sein Onkel, der Naturforscher Plinius der Ältere, fand bei diesem Ausbruch den Tod.

Spielfilme und Dokumentationen über „Die letzten Tagen von Pompeji“ kennt fast jeder. Was dagegen nur wenige wissen: Die Eruption des Laacher-See-Vulkans in der Eifel vor 12 900 Jahren war wesentlich stärker als die des Vesuv 79 n. Chr., die gewaltigste Eruption in ganz Mittel- und Westeuropa seit 200 000 Jahren.