Diesel-Demo in Stuttgart Teilnehmer protestieren gegen Fahrverbote

Von Christoph Kutzer 

Rund 500 Menschen haben am Samstag gegen Fahrverbote in Stuttgart protestiert. Ein Filmteam der AfD hat den Protestzug durch die Stadt begleitet.

Unter anderem mit „Lügenpresse“-Rufen haben Demonstranten in Stuttgart gegen Fahrverbote protestiert. Foto: Lichtgut/Julian Rettig 5 Bilder
Unter anderem mit „Lügenpresse“-Rufen haben Demonstranten in Stuttgart gegen Fahrverbote protestiert. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Stuttgart - „Saturdays for Diesel“ prangt auf der gelben Warnweste einer Dame. Die Mehrzahl der gut 500 Demonstranten, die sich am Samstagnachmittag zur Diesel-Demo versammelt haben, trägt das Protestsymbol. Gerade ist ein Redner dabei, die Hauptschuldigen an der Misere zu benennen. Lautstarke „Grüne weg!“-Rufe, zeigen, dass er die richtige Tonlage trifft.

Auch ein „Lügenpresse“-Chor funktioniert, als er die Journalisten aufs Korn nimmt. Das dürfte das Filmteam der AfD freuen, das die kurze Kundgebung und den anschließenden Demonstrationszug begleitet. Der führt durch den Schlossgarten, über die Theo und bis vor das Rathaus. „Es ist schade, dass das Thema so wenig differenziert behandelt wird“, merkt ein Teilnehmer bedauernd an. „Die meisten hier wollen ja auch saubere Luft.“ Nur dürfe man eben nicht versuchen, sie so unsozial und unverhältnismäßig herbeizuführen. Natürlich trage auch die Automobilindustrie eine Mitschuld. Von den Grünen, die er gewählt hat, zeigt er sich dennoch enttäuscht.

Auf dem Marktplatz nutzt Veranstalter Ioannis Sakkaros die Gunst der Stunde für ein bisschen Kommunalwahlkampf. Die Dieselbefürworter sind im Mai offiziell wählbar und er hofft darauf, dass einige Vertreter der neuen Liste in den Gemeinderat einziehen werden. „Ich verspreche euch, dass ich alle an einen Tisch bekommen werde, damit wir die Fahrverbote beseitigen“, so der Demo-Initiator. Was das ab Montag auch für Stuttgarter geltende Verkehrsverbot für Euro-4-Diesel angeht, ist man sich unter den Demonstranten weitgehend einig. Die Devise heißt vorerst: Am liebsten würde man weiterfahren.

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