Diesel-Demo in Stuttgart Zieht es Gegner des Fahrverbots in die Politik?

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Auf der Demo am Samstag und im Internet kündigen die Organisatoren der Dieseldemo an, eventuell eine Liste aufstellen zu wollen. Die endgültige Entscheidung darüber steht noch aus.

Joannis Sakkaros und seine Mitstreiter denken über eine eigene Kandidatenliste nach. Foto: Lg/Kovalenko (Archiv)
Joannis Sakkaros und seine Mitstreiter denken über eine eigene Kandidatenliste nach. Foto: Lg/Kovalenko (Archiv)

Stuttgart - Für den 26-jährigen Porschemitarbeiter Joannis Sakkaros sind es aufregende Zeiten. Denn seit er begonnen habe, Demos gegen das Dieselfahrverbot zu organisieren, investiere er extrem viel Freizeit in diese Herzensangelegenheit, erzählt er. Nun kam in der vergangenen Woche eine Idee in den Reihen der Fahrverbotsgegner um Sakkaros auf, die ein noch größeres Engagement nach sich ziehen würde: Erst fragten die Demo-Organisatoren am Mittwoch auf ihrer Facebookseite, was sie vom Plan halten würden, eine eigene Liste für die Kommunalwahl im Mai aufzustellen. 92 Prozent der 698 Abstimmenden waren dafür. Am Samstag wurde die Idee dann auch noch auf der Kundgebung zur Demo gegen das Fahrverbot vor mehreren Hundert Anhängern auf dem Schlossplatz vorgestellt und mit Applaus bedacht.

Das Organisatorenteam tagt am Montagabend

Ob Sakkaros und seine Mitstreiter diese Liste nun tatsächlich noch erstellen, Unterstützerunterschriften sammeln und zur Wahl antreten werden, das will das 15-köpfige Orgateam rund um Sakkaros in einer Sitzung besprechen. „Wir überlegen, ob wir vielleicht doch wieder zurückrudern werden mit dieser Idee“, sagte Sakkaros. Unterstützer und Wähler sehe er in etwa so viele, wie auf die Demos kommen – er schätzte deren Zahl am Samstag auf 1000. Man bräuchte für eine Liste zudem „schon auch Fachleute, die kandidieren wollen, und sich auskennen“, fügte der Organisator der Demos hinzu. Inhaltlich solle die Liste – so sie denn zustande käme – „ideologiefrei Politik von Bürgern für Bürger“ machen, „man kann das schon Populismus im positiven Sinne nennen“, sagte der Porschemitarbeiter. Dass er selbst sich im Gespräch mit unserer Zeitung zu Beginn seines Engagements als Nichtwähler zu erkennen gegeben habe, stehe laut Sakkaros in keinem Widerspruch zu seinem Ansinnen und dem seiner Mitstreiter, einen Einzug in den Gemeinderat anzustreben: „Das heißt ja nicht, dass man sich aus politischen Themen raushält.“

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