Digitaler Impfpass Impfzertifikat selber erstellen: Geht das? (Selbsttest)

Lässt sich der QR-Code selbst erstellen? Foto: Vladimka production / shutterstock.com
Lässt sich der QR-Code selbst erstellen? Foto: Vladimka production / shutterstock.com

QR-Code-Generatoren gibt es unzählige im Internet. Kann man sich damit selbst ein Impfzertifikat für den digitalen Impfpass ausstellen? Wir haben es getestet.

Digital Unit: Lukas Böhl (lbö)
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Kaum ein Thema scheint die Deutschen im Moment so zu interessieren wie der digitale Impfpass. Schaut man sich die Suchtrends auf Google an, finden sich aber auch kuriose Anfragen. Unter anderem scheinen sich derzeit eine Menge der Suchmaschinennutzer zu fragen, ob man die QR-Codes für den digitalen Impfpass nicht einfach selbst erstellen kann.


Quelle: Google Trends (Screenshot vom 24.06.2021 um 8:06 Uhr)

Bietet sich hier also die Chance, sich seine Freiheitsrechte mit ein bisschen Trickserei zurückzuholen, ohne auf eine Impfung angewiesen zu sein? Ich habe es ausprobiert. Für den digitalen Impfpass benötigt man neben der Impfung zwei weitere Dinge:
 

  • Den QR-Code, der die Impfdaten erhält.
  • Eine der drei Apps, die den QR-Code einscannen können.

Der Download der Apps ist hierbei nicht das Problem. Den QR-Code dagegen erhält man nur dort, wo man geimpft wurde oder eben nachträglich in teilnehmenden Apotheken. Aber was ist, wenn man sich den QR-Code einfach selbst erstellt? Im Internet finden sich etliche kostenlose QR-Code-Generatoren. Ich habe mir den erstbesten aus den Suchergebnissen herausgepickt, ein Tool namens „QRCode Monkey“.

Damit lässt sich auswählen, was man in dem QR-Code hinterlegen möchte. Ich habe mich in diesem Fall für reinen Text entschieden, schließlich enthält der offizielle QR-Code laut Bundesgesundheitsministerium Informationen zum Impfstatus, den Namen des Geimpften, das Geburtsdatum sowie Impfstoff, Impfdatum und Impfdosis. Also habe ich die Daten für Max Mustermann in das Textfeld eingetragen und mir einen QR-Code erstellen lassen. Das sah dann so aus:

 


Quelle: QRCode Monkey (Screenshot vom 24.06.2021 um 8:08 Uhr)

Im nächsten Schritt habe ich versucht, den generierten Code mit der Corona-Warn-App sowie der CovPass-App einzuscannen. Die Corona-Warn-App war nicht begeistert von meinem selbst erstellen QR-Code. Dort erhielt ich die Fehlermeldung: „Dieser QR-Code ist kein gültiges Impfzertifikat. (VC_PREFIX_INVALID).


Quelle: Lukas Böhl

Und auch die CovPass-App konnte nichts mit dem Code anfangen.


Quelle: Lukas Böhl

Das Impfzertifikat lässt sich nicht selbst erstellen

Bei der letzten Fehlermeldung erhält man auch schon die Antwort darauf, warum dieser Trick glücklicherweise nicht funktioniert: Nur das Robert Koch-Institut (RKI) kann die gültigen Impfzertifikate erstellen. Dazu nutzen die ausstellenden Apotheken, Arztpraxen und Impfzentren den Impfzertifikatsservice des RKI. In diesem System werden die Daten der Geimpften erfasst und an einen Server des RKI geschickt. Dort werden sie mit einer elektronischen Signatur versehen, die kryptografisch gegen Manipulation und Veränderung geschützt ist. Die Daten werden lediglich temporär auf dem Arbeitsspeicher des RKI-Servers verarbeitet und danach wieder gelöscht. Der generierte QR-Code kann im Anschluss mit den jeweiligen Apps eingescannt werden, wodurch die relevanten Informationen lokal auf dem Smartphone abgespeichert werden. Bei einer Kontrolle mit der entsprechenden Prüf-App kann die kontrollierende Person so den Impfstatus nachvollziehen. Aus diesem Grund ist es auch sinnlos, den QR-Code von anderen zu kopieren. Denn beim Scannen mit der Prüf-App werden die Daten der Personen angezeigt, auf die das Impfzertifikat ausgestellt worden ist. In Kombination mit einem Ausweisdokument können die Kontrollierenden so Betrug ausschließen.

 

 

Lesen Sie jetzt weiter: Darf man sich während der Arbeitszeit impfen lassen?

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