Dominik Weiß vom VfL Lübeck-Schwartau „Für mich bleibt ein Spiel in Balingen ein Derby“

Dominik Weiß (re.) im Dress seines neuen Clubs VfL Lübeck-Schwartau im Testspiel gegen den HSV Hamburg (beim Wurf Nicolai Theilinger). Foto: imago//Dirk Reps

Er war ein Urgestein des TVB Stuttgart. Nach 13 Jahren wechselte Dominik Weiß zum Zweitligisten VfL Lübeck-Schwartau. Vor dem Spiel in Balingen spricht der Rückraumspieler über sein neues Leben im Norden, seinen Ex-Club und seine Ziele.

Sport: Jürgen Frey (jüf)

Der gebürtige Göppinger Dominik Weiß (33) freut sich, nach dem Handball-Zweitligaspiel mit dem VfL Lübeck-Schwartau an diesem Samstag (19 Uhr) beim HBW Balingen-Weilstetten, den freien Sonntag in seiner schwäbischen Heimat verbringen zu dürfen. Dennoch weiß der Rückraumspieler auch den Norden schon nach kurzer Zeit sehr zu schätzen.

 

Herr Weiß, im ersten Saisonspiel haben Sie 20 Sekunden vor Schluss das Siegtor erzielt. Ihr Einstand konnte sich sehen lassen.

Auch wenn das Spiel gegen HC Motor Saporischschja außerhalb der Wertung erfolgte, war das schon ein sehr gutes Gefühl. Die Ukrainer haben das Spiel ernst genommen, es hatte den Charakter eines Ligaspiels.

Mit 33 Jahren zog es Sie erstmals weg aus dem Schwabenland. Wie geht es Ihnen im hohen Norden?

Ich bin ein heimatverbundener Typ, und mir ist der Wechsel nicht leicht gefallen. Aber ich bin sehr gut angekommen und fühle mich rundum wohl – auch außerhalb des Handballs. Im Sommer herrscht hier südländisches Flair. In 15 Autominuten bin ich von meiner Wohnung in Lübeck aus am Timmendorfer Strand. Das ist im Raum Stuttgart eher schwierig (lacht).

Als Mitglied der Beachhandball-Nationalmannschaft wird Sie das freuen.

Kurz bevor ich hoch in den Norden kam, war hier ein Riesenturnier mit 160 Mannschaften. Seitdem habe ich leider nur Beachvolleyball gesehen.

Nach 440 Pflichtspielen für den TVB Stuttgart – wie kam der Wechsel nach Lübeck zustande?

Ich bekam dieses spannende Angebot vom VfL mit der Aufgabe, als Führungsspieler etwas zu bewegen. Gepaart mit der hohen Lebensqualität war das ein sehr gutes Gesamtpaket.

Ihren Ex-Club haben Sie bei der 23:36-Auftaktniederlage beim THW Kiel gleich unter die Lupe genommen.

Ja, ich habe den freien Sonntag genutzt und die Jungs in Kiel getroffen. Bis auf das Ergebnis war das auch sehr schön, zumal der eine oder andere bei meiner Verabschiedung in Stuttgart nicht dabei sein konnte.

Wo landet der TVB am Saisonende?

Wenn sie verletzungsfrei durchkommen, ist von Platz neun bis zwölf alles drin.

Und beim VfL Lübeck-Schwartau heißt das Ziel Bundesliga?

Da steht schon auf der Agenda, aber nicht von Jetzt auf Nachher. Wir haben viele neue Spieler, mit David Röhrig einen neuen, jungen Trainer, wir müssen erst zusammenwachsen.

Kann Ihnen dennoch am Samstag eine Überraschung beim Bundesliga-Absteiger in Balingen gelingen?

Der HBW ist einer der Topfavoriten auf den Aufstieg, extrem heimstark, aber die Chance auf eine Überraschung gibt es immer.

Und Sie bleiben im Derby-Modus?

Auf jeden Fall. Ich habe in den 13 Jahren beim TVB Stuttgart unzählige Derbys gegen Balingen gespielt, das waren immer geile, enge Spiele in einer Wahnsinns-Stimmung. Diesen Schwung will ich mitnehmen. Für mich bleibt das ein Derby, da kann ich mich nicht davon lösen. Und das möchte ich am Samstag auf meine Mitspieler übertragen.

Und nach Ablauf Ihres Zweijahresvertrags in Lübeck kehren Sie in den Süden zurück?

Perspektivisch gesehen möchte ich in die Heimat zurückkehren. Aber in diesem schnelllebigen Geschäft kann ja keiner sagen, was in zwei Jahren ist. So lange mir es Spaß macht und ich körperlich fit bin, will ich Handball spielen.

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