Eichenhain in Stuttgart-Sillenbuch Teile des Naturschutzgebiets für Kinder verboten – Mütter protestieren

Von Ralf Recklies 

Ein Aufschrei ist durch Stuttgart-Sillenbuch gegangenen, als publik wurde, was die Behörde plant: Die Waldheimkinder sollten aus dem Naturschutzgebiet Eichenhain verbannt werden. So drastisch ist es nicht gekommen – aber es gibt Grund genug für weiteren Protest.

Die Menschen in Stuttgart lieben den Eichenhain. Foto: Julia Bosch
Die Menschen in Stuttgart lieben den Eichenhain. Foto: Julia Bosch

Sillenbuch - Das vom Regierungspräsidium (RP) Stuttgart verhängte Nutzungsverbot für den Eichenhain stößt weiter auf viel Unverständnis und sorgt für Unmut. Mit einem Brief haben sich jetzt drei Mütter an die Behörde gewandt. Sie wollen nicht hinnehmen, dass das Ferienwaldheim Sillenbuch nur noch wenige Flächen am Rand des Naturschutzgebiets nutzen darf. Noch bis vergangenen Sommer wurde das Gebiet jahrzehntelang während der Ferien von den Kindern und Jugendlichen in deren Mittagspause für Freizeitaktivitäten genutzt. Und dabei, so die Überzeugung vieler Bürger, wurden Natur und Umwelt nicht geschädigt.

Für die Eltern vieler Waldheimkinder ist es inakzeptabel, dass die Umweltbehörde bis 2021 nur die Nutzung von „drei graslosen Flächen im bisherigen Brombeerhecken- und Brennesselbereich des Eichenhains“ zulässt. Sandra Schmid-Ostermayer aus Heumaden sowie die beiden Riedenbergerinnen Almuth Haellmigk und Corinna Minten haben daher an das RP geschrieben und Nachbesserungen gefordert. Sie wollen die Behörde zu „einem zielorientierten Dialog mit allen Beteiligten“ bewegen, um Nachverhandlungen des „ausgehandelten Kompromisses zwischen Ferienwaldheim und Regierungspräsidium“ zu erreichen.

Die Flächen seien unbrauchbar

Die pädagogische Arbeit des Waldheims werde stark eingeschränkt, außerdem sei „keine Verhältnismäßigkeit zwischen Naturschutz und den Bedürfnissen der Kinder“ zu erkennen, schreiben die Mütter. Ihre Position wird dabei von 271 Unterzeichnern einer Unterschriftenliste mitgetragen. Die zur Nutzung durch das Waldheim zugewiesenen Ersatzflächen seien, so die Hauptkritik, „zu klein für die Waldheimkinder“, sie lägen teilweise ungeschützt in der Sonne und am Wegesrand und seien „von Hundekot, Scherben, Joints und Müll verschmutzt“. Hier müsse dringend nachgebessert werden.

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