Ein Bilderbuch über die Rems Ein Augenöffner für Spaziergänge

Von Annette Clauß 

Der Waiblinger Peter Kundmüller hat mit Gisela Pfohl ein Bilderbuch über die Rems verfasst. Protagonisten sind Tiere, die allesamt dort leben.

Peter Kundmüller und die Illustratorin Gisela Pfohl haben    sich von der Rems  zu einem Buch inspirieren lassen Foto: Gottfried Stoppel
Peter Kundmüller und die Illustratorin Gisela Pfohl haben sich von der Rems zu einem Buch inspirieren lassen Foto: Gottfried Stoppel

Waiblingen - Eine Schildkröte, die zum Mond fliegen will. Eine Forelle mit Rheuma auf Landgang. Ein Krokodil, das auf der Suche nach der Freiheit in der Rems landet: mal witzig, mal hintersinnig, bisweilen fast philosophisch sind die kurzen Geschichten, die der Waiblinger Peter Kundmüller in seinem demnächst erscheinenden, von der Weinstädterin Gisela Pfohl bebilderten Buch mit dem Titel „Das Apfelbootrennen und andere Geschichten von der Rems“ erzählt.

Tiere spielen die Hauptrolle

Peter Kundmüller kennen vermutlich vor allem junge Leser durch die Waiblinger Kinderkrimis, bei denen die Nachwuchsdetektivinnen Greta und Christiane schon so manches Verbrechen in ihrer Heimatstadt aufgeklärt haben. Nun also etwas ganz anderes: Geschichten, in denen fast durchweg Tiere die Hauptrolle spielen, die allerdings durchaus menschliche Probleme und Eigenschaften haben.

Protagonisten des Buchs sind beispielsweise ein kleiner Fisch mit schlechter Laune, eine ungeduldige Maus, ein hinterlistiger Frosch oder eine abenteuerlustige Schildkröte. Alles Tiere, die man entlang der Rems tatsächlich treffen kann – inklusive der Schildkröten, die sich in einem alten Remsarm beim Gelände des VfL Waiblingen niedergelassen haben. Das Buch ist also ein Augenöffner für alle, die am Wasser unterwegs sind.

„Wenn ich an der Rems bin, kann ich die Geschichten alle sehen“, erzählt Peter Kundmüller, der auch Spaziergänge entlang des Flusses anbietet. Sich die Geschichten auszudenken, das mache unheimlich großen Spaß. „Aber aufschreiben muss man sie natürlich so, dass sie jemand lesen will – und das ist Arbeit.“

Aus 20 Erzählungen kommen 13 ins Buch

Trotzdem hatte Kundmüller innerhalb von ungefähr einem Jahr gut 20 Erzählungen in der Schublade. Etwa die Hälfte davon hat er allerdings aussortiert, im neuen Bilderbuch sind insgesamt 13 Geschichten abgedruckt, die sich locker-leicht lesen lassen, denn Peter Kundmüller beherrscht die Kunst, eine Geschichte in weniger als 20 kurzen Sätzen stimmig und rund zu erzählen. Einfach so aus der Feder geflossen sind die Stories aber beileibe nicht, sagt der Autor: „Je kürzer, desto schwieriger ist es. Man kommt an den Punkt, an dem Verzweiflung das vorherrschende Gefühl ist.“

Gisela Pfohl konnte sich beim Bilderbuch mal so richtig ausleben und, anders als in den mit schwarzweißen Strichzeichnungen illustrierten Krimis, zu Farben greifen. So trägt die Forelle mit Rheuma zum Beispiel schicke knallrote Stöckelschuhe bei ihrem Spaziergang an Land. „Ich lese die Geschichten ein paar Mal durch und dann lege ich los“, sagt die Illustratorin, die Buntstifte, Aquarellfarben und die für sie typische Collagetechnik eingesetzt hat. Alle Illustrationen sind inzwischen fertig. Jetzt müsse Gisela Pfohl nur noch eine Sache nachliefern, sagt Peter Kundmüller: „Sie muss mir noch eine Klappmaulfigur in Fischgestalt basteln. Das ist der alte Wels, der bei meinen Flussspaziergängen der Erzähler sein wird.“