Einsatz in Stuttgart-Asemwald Warum eine Tür zu einem spektakulären Einsatz führte

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Am Wochenende gab es einen spektakulären Einsatz in einem Hochhaus in Stuttgart-Asemwald: Weil ein Rauchmelder piepste, musste sich ein Höhenretter aus dem 13. Stock abseilen. Die hochwertige Wohnungstür ließ sich nicht öffnen. Und um genau diese Türen gab es einen großen Streit.

Ein Höhenretter musste sich aus dem 13. Stock abseilen. Foto: 7aktuell.de/David M. Skiba 5 Bilder
Ein Höhenretter musste sich aus dem 13. Stock abseilen. Foto: 7aktuell.de/David M. Skiba

Asemwald - Diejenigen, die vor fünf Jahren vor Gericht gezogen sind, dürften sich in ihrer damaligen Kritik am teuren Türtausch bestätigt sehen: Damals mussten in der Wohnstadt Asemwald alle 1137 Wohnungseingangstüren ausgetauscht werden – aus Brandschutzgründen. Bevor im September 2015 die ersten von ihnen ausgewechselt worden sind, war unter den knapp 2000 Bewohnern allerdings ein Streit entbrannt.

Es gab Ärger um den gewählten Türenhersteller, Eklats bei Eigentümerversammlungen, böses Blut und sogar eine Verhandlung vor Gericht. Nicht allen Bewohnern leuchtete ein, dass ihre Wohnungstür getauscht werden sollte. Zudem gab es Missmut über die Kosten. Einige unterstellten dem Verwalter, er sei an einem möglichst hohen Preis für die Türen interessiert, weil er prozentual mitverdiene.

Sicherheitstür lässt sich nicht problemlos öffnen

Nun hat am vergangenen Wochenende genau eine dieser Brandschutztüren für Probleme gesorgt: Ein piepsender Rauchmelder in einer Wohnung im zwölften Stock hatte am Samstag Alarm ausgelöst. Die Stuttgarter Feuerwehr sowie die Freiwillige Feuerwehr Birkach rückten an. „Die Kollegen fanden heraus, dass es innen nicht brennt. Sie mussten aber trotzdem in die Wohnung“, berichtet Christopher Haigis von der Stuttgarter Feuerwehr.

Zunächst versuchten die Feuerwehrleute die Wohnungstür zu öffnen – doch das war nicht so einfach: „Normalerweise haben Wohnungen nicht so hochwertige Sicherheitstüren wie im Asemwald. Das ist eine Einzelfalllösung“, sagt Haigis. Um den Schaden so gering wie möglich zu halten und die Tür nicht unnötig zu beschädigen, entschlossen sich die Feuerwehrleute anders vorzugehen: Sie entdeckten ein offenes Fenster in der betroffenen Wohnung. „Die Feuerwehr hätte mit ihrem Werkzeug auch die Wohnungstür irgendwie öffnen können. Aber weil wir wussten, dass keine akute Gefahr besteht, haben wir uns dagegen entschieden“, sagt Haigis.

Feuerwehr muss Verhältnismäßigkeit wahren

Die Höhenrettungsgruppe der Stuttgarter Feuerwehr wurde alarmiert. Ein Höhenretter seilte sich aus einem Fenster im 13. Stock in die Wohnung eine Etage darunter ab. Dort wurde der Rauchmelder gefunden – nicht jedoch der Grund, warum dieser ausgelöst hatte. Da sich in der Wohnung niemand aufhielt, die Tür abgeschlossen war und sich diese daher auch von innen nicht problemlos öffnen ließ, musste der Höhenretter über eine Strickleiter wieder in den 13. Stock aufsteigen.

Generell muss die Feuerwehr, wenn ein Rauchmelder in einer Wohnung Alarm auslöst, zunächst einmal prüfen, ob tatsächlich eine Gefahr vorliegt. Wenn dies auszuschließen ist, müssen Feuerwehrleute die sogenannte Verhältnismäßigkeit wahren. Das heißt, dass der Sachschaden so gering wie möglich gehalten werden muss und sich der Aufwand in Grenzen halten sollte. Dies führt bei besonderen Objekten gelegentlich zu alternativen Vorgehensweisen – so wie am Wochenende im Asemwald.

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