Große Probleme brauchen in der Regel große Lösungen. Das gilt auch für den Asemwald und die Frage, wie die 1137 Wohnungen künftig beheizt werden sollen. Die Gasheizung in der Wohnstadt ist 20 Jahre alt und laut Hausverwaltung noch gut in Schuss. Dennoch macht man sich im Asemwald bereits Gedanken dazu, wie es weitergehen soll. Die Stadt hat nun eine Idee ins Spiel gebracht, die einerseits recht konkret klingt, andererseits aber fraglich ist, ob sie umgesetzt werden kann.
Bei einem Gespräch mit Jürgen Görres, dem Leiter der städtischen Energieabteilung, haben sich die Verwaltung und der Beirat der Eigentümer im Asemwald vor Kurzem über Zukunftsszenarien ausgetauscht. Um die Wohnstadt herum schlummere Potenzial für Geothermie, sagt Görres nach dem Treffen mit den Asemwaldern. Es gebe in der Nähe der drei Hochhäuser einen 1,8 Hektar großen städtischen Acker, der sich zur Gewinnung von Erdwärme eignen würde.
Großwärmepumpe für den Asemwald?
Die Erdsonden könnten in einer Tiefe von maximal 200 Metern Wärme einsammeln, erklärt der städtische Experte. Der Acker könnte auch weiterhin zum Anbau von Feldfrüchten genutzt werden. Eine Großwärmepumpe würde die Wohnstadt mit der gewonnenen Heizenenergie versorgen. „Das könnte ein cooles Konzept werden“, so Görres. Der Asemwald könnte zum Vorzeige-Projekt werden in der Wärmewende. Könnte, denn der Ball liegt nun im Asemwald. „Der Vorschlag ist gut, aber er hat noch einen weiten Weg vor sich“, sagt Thomas Ferwagner, der stellvertretende Vorsitzende des Verwaltungsbeirats. Denn es sei die Frage, wer das Projekt umsetzt und finanziert. Die Antwort hierauf müssen die Eigentümer der 1137 Wohnungen geben. Stefan Geiger von der Hausverwaltung Klauß & Partner sagt: „Man muss die Menschen ja mitnehmen.“ Gleichzeitig ist er sicher: „Geothermie wird ein wesentlicher Baustein des Energiekonzepts für den Asemwald sein.“
Für dieses Energiekonzept ist ein Unternehmen beauftragt worden. Die Eigentümer wolle man bei regelmäßigen Informationsveranstaltungen auf dem Laufenden halten, sagt Ferwagner. Der Beschluss, wie der Asemwald einmal heizen wird, könnte in den Jahren 2024 oder 2025 fallen.