Entspannung im Landkreis Esslingen Der Zuzug von Asylbewerbern sinkt

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Die Gemeinschaftsunterkünfte in der Region Stuttgart leeren sich langsam. In Esslingen wird demnächst die Unterkunft in der Fleischmannstraße geschlossen.

In Hochzeiten lebten bis zu 120 Flüchtlinge im Containerdorf in der Esslinger Fleischmannstraße Foto: Horst Rudel
In Hochzeiten lebten bis zu 120 Flüchtlinge im Containerdorf in der Esslinger Fleischmannstraße Foto: Horst Rudel

Esslingen - Die Asylwelle in der Region Stuttgart ebbt ab. In Esslingen ist die augenfälligste Veränderung wohl die Schließung der großen Unterkunft in der Fleischmannstraße zum Ende des Monats. Die Container werden von Januar an abgebaut, um den Wohnhäusern der Neuen Weststadt zu weichen. Die wenigen Bewohner, die noch dort sind, werden zurzeit auf die anderen Einrichtungen des Landkreises verteilt.

„Der Zuzug lässt nach“, sagt Peter Keck, der Pressesprecher des Esslinger Landratsamtes. Rund 1900 Asylsuche beherbergt der Landkreis in diesem Jahr. Im nächsten Jahr sind es nur noch 800 Menschen, die Asyl haben wollen, der mögliche Familiennachzug nicht eingerechnet.

Ein Trend, der sich in den Nachbarkreisen entsprechend fortsetzt. Martina Keck vom Landratsamt Rems-Murr berichtet, es würden zur Zeit 678 Bewohner in den Gemeinschaftsunterkünften des Kreises wohnen. Im kommenden Jahr rechnet das Amt mit etwa 360 Neuzugängen. Ein Bruchteil gemessen am Höchststand von 5301 Menschen im Jahr 2016.

Die Kommunen stehen vor großen Herausforderungen

In Böblingen leben zur Zeit 636 Personen in Gemeinschaftsunterkünften, für 2019 geht das Amt von 300 Neuzugängen aus. Markus Klohr vom Landratsamt Ludwigsburg berichtet, dass im Kreis Ludwigsburg rund 1900 Flüchtlinge in der vorläufigen Unterbringung lebten. Bis zum Jahresende des kommenden Jahres rechnet Klohr mit rund 1450 Flüchtlingen. In Göppingen sind es 1043 Menschen in den Gemeinschaftsunterkünften und etwa 300 Neuzugänge 2019.

Obwohl der Zuzug nachlässt, stehen die Kommunen der Region weiter vor großen Herausforderungen, denn sie müssen die Asylbewerber in die Anschlussunterbringung vermitteln. Nachdem im Oktober die neuen Berechnungen des Landratsamtes in Esslingen eingetroffen sind, hat die Stadt beschlossen, die Unterkunft Kornhalde zu übernehmen und für die Anschlussunterbringung zu nutzen. Außerdem hat sie auf zehn Jahre ein Haus in der Webergasse gemietet, um dort Asylbewerber wohnen zu lassen. Es sei nicht ganz leicht gewesen, berichtet Marius Oswald, vom Esslinger Sozialamt, weil der Vermieter lieber auf 15 Jahre vermietet hätte.

Flüchtlinge brauchen eine soziale Betreuung

Weil die Zuwanderung abnimmt, nimmt auch die Zahl jener Menschen ab, die neu in eine Anschlussunterbringung kommen. In Esslingen sind es in diesem Jahr bisher 530 Menschen gewesen, im kommenden Jahr werden es 157 Menschen sein. Das Esslinger Sozialamt wagt auch eine Prognose in die spätere Zukunft und rechnet damit, dass bis zum Jahr 2022 nur noch 27 Menschen eine Anschlussunterbringung benötigen. Aber mit der Unterbringung allein ist es nicht getan, viele Geflüchtete brauchen eine soziale Betreuung. In den Unterkünften des Landkreises Esslingen und der Kreiskommunen sind es etwa 1400 Menschen, die von Integrationsmanagern versorgt werden. Diese Zahl wird bis zum Jahr 2022 auf 1200 Menschen sinken.




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