Erddeponie Einstimmig für Untersuchung der Steinbrüche

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Der Kreistag geht neue Wege bei der Suche nach einer Erddeponie.

In Ehningen gäbe es den Steinbruch der Firma Baresel. Foto:  
In Ehningen gäbe es den Steinbruch der Firma Baresel. Foto:  

Kreis Böblingen - Die Hoffnungen des Kreistags ruhen nun auf Steinbrüchen: Bei der Suche nach einem Standort für eine Erddeponie im Kreis Böblingen wird ein Zwischenschritt eingelegt. Das Gremium hat einstimmig beschlossen, Steinbrüche auf ihre Tauglichkeit als Ablagerungsstätte für Erdaushub und Bauschutt untersuchen zu lassen. Auf dieses Ergebnis war eine vor eineinhalb Jahren eingesetzte Projektgruppe des Kreistags gekommen, in einem Ausschuss hatten die Kreisräte dem Plan zugestimmt.

Die Suche nach der Erddeponie war ins Stocken geraten, weil vor allem der Sindelfinger Oberbürgermeister Bernd Vöhringer (CDU) die Vorgehensweise stark angegriffen hatte. Diese Untersuchung hatte ergeben, dass sich der Sindelfinger Wald als einer von fünf möglichen Standorten im Kreis anbiete.

„Es ist ein ambivalentes Thema“

„Es ist ein ambivalentes Thema“, sagte der Landrat Roland Bernhard (parteilos) in der Sitzung. Einerseits sei der wirtschaftsstarke Kreis Böblingen angesichts seiner regen Bautätigkeit dazu verpflichtet, für eine Ablagerungsmöglichkeit zu sorgen. „Jeder weiß, wir müssen unserer Verantwortung gerecht werden“, sagte er. Aber jeder wisse auch, dass eine Deponie vor der eigenen Haustüre unerwünscht sei. Das gilt seiner Meinung nach gleichermaßen für die Steinbruch-Lösung: „Es wird ein harter und steiniger Weg“, glaubt er. Der Landrat bat die betroffenen Kommunen, darunter Ehningen, den Prozess offen zu begleiten.

Neben der Untersuchung der Steinbrüche wurde auch der geschätzte jährliche Bedarf vom Kreistag auf 200 000 bis 250 000 Tonnen reduziert. Der Abfallwirtschaftsbetrieb war vom Dreifachen ausgegangen und hatte nach einer größeren Fläche für die neue Deponie gesucht. Die Steinbrüche sind in der Standortdebatte immer wieder erwähnt worden. Mit diesem Beschluss könne das Thema abgehakt werden, sagte Thomas Sprißler. Falls es nicht möglich sei, auf einen gefüllten Steinbruch eine Erddeponie anzulegen, müsse eben wieder zur vorherigen Suchmethodik zurückgekehrt werden, sagte der Kreisrat (Freie Wähler).

Pfitzenmaier: Steinbruch bedeutet Neuland

Peter Pfitzenmaier erinnerte daran, dass die Suche durch Proteste von Bauunternehmern ausgelöst worden sei. „Realität ist, dass Material aus dem Kreis Böblingen quer durch Süddeutschland gekarrt wird“, sagte der SPD-Kreisrat. Eine Erddeponie in einem Steinbruch sei Neuland, äußerte er sich skeptisch zur Umsetzbarkeit des Vorschlags.

Wenn sich die Idee verwirklichen lasse, „ist es genial“, schwärmte dagegen Roland Mundle (Grüne), während die Renningerin Heide Berroth (FDP) das Sankt-Florians-Prinzip am Werk sah und die Verzögerung durch die weitere Untersuchung kritisierte. „Wo früher Deponien waren, sind heute landschaftlich schöne Gebiete“, sagte sie. Und die Kreisrätin Brigitte Ostmeyer (Linke) musste sich in der Sitzung die Augen reiben „über die Langsamkeit der Fortschritte“.