Gemeinderat Rutesheim Baubeginn der Heizzentrale soll im Juli sein
Die Stadt Rutesheim setzt vermehrt auf erneuerbare Energiequellen und stimmt dem Entwurf zu.
Die Stadt Rutesheim setzt vermehrt auf erneuerbare Energiequellen und stimmt dem Entwurf zu.
Aktuell werden in Rutesheim 62 Prozent der Wärme aus Gas gewonnen, 28 Prozent aus Öl sowie jeweils vier Prozent aus Strom und Holz. Das soll sich in Zukunft ändern. Die Stadt arbeitet an ihrer kommunalen Wärmeplanung, möchte in den kommenden Jahren festlegen, wo Wärmenetze ausgebaut werden können. Dabei soll auf möglichst erneuerbare Energiequellen wie Photovoltaik, Abwärme, Wind, Biogas oder Holzhackschnitzel gesetzt werden, um unabhängiger von externen Energiequellen wie Gas oder Öl zu werden. Der Startschuss für den Bau einer Heizzentrale nahe des Schulzentrums – mit einem 18 Meter hohen Wärmespeicher, der 1000 Kubikmeter heißes Wasser fassen kann – soll im Juli fallen.
Bereits in einer Dezember-Sitzung hatten die Räte der Vorplanung dieser Heizzentrale grünes Licht gegeben. Die Leistungen für die technische Ausrüstung wurden an das Ingenieurbüro IBS aus Bietigheim vergeben, die Gebäudeplanung an das Architekturbüro Müller aus Kirchheim am Neckar und die Tragwerksplanung an das Ingenieurbüro Bolkart, ebenfalls aus Kirchheim am Neckar. Keine wesentlichen Änderungen gab es bei der Entwurfsplanung, der die Rutesheimer Gemeinderäte nun zustimmten.
Die Kosten der Heizzentrale Süd inklusive des Wärmenetzes Süd sollen sich auf etwa 11,4 Millionen Euro belaufen. In einer Sondersitzung stimmten die Rutesheimer Gemeinderate am Montagabend den nächsten erforderlichen Schritten zu, um noch rechtzeitig die in Aussicht stehenden Fördermittel beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) beantragen zu können. Die Stadt rechnet mit einer Förderung in Höhe von etwa 3,8 Millionen Euro.
Momentan ist das Gebäude der Heizzentrale als reiner Betonbau kalkuliert. Doch der Gemeinderat hatte in seiner Sitzung im Dezember einen Holz- oder Hybridbau vorgeschlagen. „Die Planungen sind noch nicht abgeschlossen, vieles werden wir noch in einer weiteren Sitzung des Gemeinderats ausführlich behandeln“, sagte die Rutesheimer Bürgermeisterin Susanne Widmaier. Um entscheiden zu können, bei welchen Wänden eine Betonbauweise aus statischen Gründen nicht zwingend erforderlich sei, müssten die statischen Berechnungen weiter vorangeschritten sein. Auch das Thema Photovoltaik auf dem Dach und an der Außenfassade der Heizzentrale müsse noch diskutiert werden. „Aktuell ist es wichtig, die Entwurfsplanung und Kostenberechnung formal vom Gemeinderat zu beschließen, um aufgrund dieses Beschlusses möglichst schnell beim BAFA die weitere Förderung des Projekts beantragen zu können.“ Die Räte stimmten geschlossen zu.