Erweiterung des Umschlagbahnhofs in Kornwestheim Baustart mit Stammheimer Protest

Virtueller Spatenstich für den Ausbau des Umschlagbahnhofs in Kornwestheim. Foto: Peter Mann

Die gute Stimmung zum Start des 53-Millionen-Euro-Projekts in Kornwestheim wurde durch Stammheimer getrübt. Sie wiesen still auf den aus ihrer Sicht unzureichenden Lärmschutz für ihren Stadtbezirk hin. Welche Folgen die Protestaktion nun hat.

Ludwigsburg: Frank Ruppert (rup)

Der Umschlagbahnhof Kornwestheim wird für 53 Millionen Euro um ein drittes Modul erweitert. Den Startschuss für die Bauarbeiten gaben am Dienstag Verantwortliche von Bahn, Bund und der Stadt Kornwestheim. Das dritte Modul soll Ende 2025 in Betrieb gehen. Es besteht aus vier Umschlaggleisen. Zudem ist eine Kranbahn mit zwei Portalkränen sowie je eine Fahr-, Lade- und Rückfahrspur für Lastwagen und zwei Abstellspuren für Container geplant. Am Umschlagbahnhof werden Container von Lastwagen auf Güterzüge verladen und andersherum.

 

Ein Piepsen wurde bereits abgestellt

Die Freude über den Beginn der Bauarbeiten wurde bei der Bahn durch eine Aktion des Bürgervereins Stammheim getrübt. Während der Reden hielten mehrere Mitglieder des Vereins und des Bezirksbeirats Schilder in die Höhe mit der Aufschrift „Lärmschutz für Stammheim“. Man stelle sich nicht gegen den Ausbau des Umschlagbahnhofs generell, so Anne Gabius vom Bürgerverein. Es gehe vielmehr um grundlegenden Lärmschutz für das nahe Wohngebiet. Der Umschlagbahnhof liege zwar komplett auf Kornwestheimer Gemarkung, es seien aber vor allem die Stammheimer von dessen Lärmemissionen betroffen. Das sei kein neues Thema und Daniel Güthler, Erster Bürgermeister Kornwestheims, ging in seiner Rede auch darauf ein, dass die Bahn diesbezüglich schon tätig geworden sei und etwa ein störendes Piepsen auf dem Umschlagbahnhof abgestellt habe.

Runder Tisch geplant?

Den Protestlern geht es vor allem um Lärmspitzen, wenn etwa ein Container auf den Boden knalle oder wenn morgens die Lastwagenfahrer in der Warteschlange hupten, weil es ihnen nicht schnell genug gehe. Wohlwollend wurde von den Stammheimern gesehen, dass die Bahn daran arbeite, die Abläufe zu verbessern. Nach dem Protest kamen beide ins Gespräch und berichteten von einem Runden Tisch, der nun geplant sei.

Bahnverantwortliche hoben besonders den ökologischen Effekt des Projekts hervor. „Allein durch das neue Modul sparen wir rund 18,5 Millionen Lkw-Kilometer und damit rund 14 000 Tonnen CO2 pro Jahr ein“, sagte Ingrid Felipe, Vorständin Infrastrukturplanung und -projekte DB InfraGO. Für Michael Theurer, Beauftragter der Bundesregierung für den Schienenverkehr, sind die 42 Millionen Euro, die der Bund beisteuert „gut investiertes Geld“ und Daniel Güthler sieht im Projekt einen wichtigen Beitrag zur Verkehrswende.

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