Derzeit wird viel darüber debattiert, wie viel Geflüchtete Deutschland, allen voran die oft überlasteten Kommunen, aufnehmen können oder sollen. Fest steht, dass es sich lohnt, Geflüchtete mit einer Bleibeperspektive möglichst früh und intensiv zu unterstützen und Mittel für Sprach- und Integrationskurse sowie berufsvorbereitende Maßnahmen auch längerfristig bereitzustellen.
Natürlich kostet das viel Geld. Es ist aber Geld, das sich Deutschland leisten kann und leisten sollte. Über den humanitären Aspekt hinaus sind die Mittel auch gut investiert: Mit der Aufenthaltsdauer steigt die Erwerbstätigkeit von Geflüchteten. Das zeigen Studien der Forscher des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, die den aufgeregten wie oft polemischen Debatten eine faktenbasierte Grundlage entgegenstellen.
Dass man mit Geflüchteten den Fachkräftemangel merklich lindern kann, ist dagegen weitgehend Wunschdenken geblieben. Der schwierige Spracherwerb und die unterschiedlichen beruflichen Voraussetzungen in den Herkunftsländern sind nur einige der Hürden. Zwar entspricht der Anteil der Fachkräfte dem Bevölkerungsschnitt, doch die Zahl der Helferjobs ist bei Geflüchteten hoch, wohingegen es nur wenige Spezialisten und Experten gibt.
Gerade die fehlende Kinderbetreuung bleibt ein gravierendes Problem
Letzteres ist auch der schwierigen Anerkennung von Berufsabschlüssen geschuldet wie überhaupt die Bürokratie bei der Integration in den Arbeitsmarkt ein Hemmnis bleibt. Zudem dauert es beunruhigend lange, bis geflüchtete Frauen mit Kindern Arbeit finden. Hier finden sich in potenzierter Form jene Probleme wieder, die auch andere Frauen mit Kindern in Deutschland haben: Allerortens fehlen Kita- und Betreuungsplätze und flexiblere Arbeitszeitmodelle. Das sind die dringlichsten Probleme, die es für alle zu lösen gilt.