Esslinger Kreiskrankenhäuser mit Rekordergebnis Medius-Kliniken weiter auf Wachstumskurs

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Zum vierten Jahr in Folge schreiben die Medius-Kliniken im Kreis Esslingen schwarze Zahlen. Das Jahresergebnis 2017 in Höhe von 8,4 Millionen Euro ist ein neuer Rekordwert.

Der Patient ist  über den Berg. Nachdem die Kreiskliniken lange geschwächelt haben, steht am Ende des Jahres 2017 ein  Rekordergebnis von 8,4 Millionen Euro. Foto: Horst Rudel
Der Patient ist über den Berg. Nachdem die Kreiskliniken lange geschwächelt haben, steht am Ende des Jahres 2017 ein Rekordergebnis von 8,4 Millionen Euro. Foto: Horst Rudel

Esslingen - Es ist noch gar nicht so lange her, da wähnte sich der Esslinger Landrat Heinz Eininger „als der glücklichste Kreischef im Land, hätte ich nur nicht die Kliniken an der Backe“. Über die Aussage kann der Kreischef inzwischen nur noch milde lächeln. Der Tag, an dem er, von Amts wegen auch Aufsichtsratsvorsitzender der inzwischen in Medius-Kliniken umbenannten Kreiskrankenhäuser, die aktuellen Bilanzen verkünden darf, gehört mittlerweile zu den erfreulicheren Terminen im Jahreskalender.

So war es auch am Donnerstag wieder, als Eininger anlässlich der Jahrespressekonferenz durch die Bank nach oben weisende Leistungskurven präsentiert hat. „Wir haben im vergangenen Jahr den Erfolgskurs, den wir vor fünf Jahren eingeschlagen haben, weiter fortgesetzt“, fasste der Kreischef zusammen. So seien an den Standorten in Nürtingen, Kirchheim und Ostfildern-Ruit im vergangenen Jahr 48 453 Patienten stationär behandelt worden und damit 1055 mehr als im Vorjahr. Das vorläufige Jahresergebnis liegt bei einem Plus in Höhe von 8,4 Millionen Euro.

Von minus 14,1 Millionen Euro auf plus 8,4 Millionen Euro in fünf Jahren

Zum Vergleich: im Krisenjahr 2012 hatten die Kreiskliniken am Jahresende noch einen Verlust von 14,1 Millionen Euro verzeichnet, bevor am Ende des Jahres 2014 bei einem Plus von 4,1 Millionen Euro erstmals wieder schwarze Zahlen geschrieben worden waren.

„Die Entwicklung zeigt, dass wir seit dem Jahr 2013, auch gegen manche Widerstände, den richtigen Weg eingeschlagen haben“, sagte Eininger unter Hinweis auf die seither erfolgte Schließung des Standorts Plochingen, den Umzug der Psychiatrischen Fachklinik von Nürtingen nach Kirchheim und die Bündelung der Kompetenzen in medizinische Schwerpunkte an den verbliebenen Standorten.

Was der Kreischef allenfalls zwischen den Zeilen sagt: Die Trendwende ist eng mit der zeitgleichen Verpflichtung des Geschäftsführers Thomas Kräh verbunden. Der konnte berichten, dass im Jahr 2017 erstmals auch die EBITDA-Quote, die den Jahresüberschuss vor Zinsaufwand, außerordentlichem Ergebnis, Steuern und Abschreibungen ins Verhältnis zu den Umsatzerlösen setzt, über der magischen Grenze von fünf Prozent gelegen hat.

„Mit dieser kommunalen Rendite erreichen wir einen soliden und nachhaltigen Überschuss, der für unsere Zwecke ausreicht“, so der Krankenhaus-Manager. Im Gegensatz zu privaten Klinikträgern müsse der Landkreis als kommunaler Gesellschafter keine finanzielle Ausschüttungen vornehmen und könne den erwirtschafteten Überschuss zu 100 Prozent in die Patientenversorgung, die Mitarbeiter und in neue medizinische Geräte investieren. Im laufenden Jahr wird unter anderem der Standort Ostfildern davon profitieren. Dort ist die Anschaffung eines 2,4 Millionen Euro teuren Linearbeschleunigers geplant.

Mit dem Erfolg wächst die Zahl der Mitarbeiter

Mit den Patienten- und Umsatzzahlen wächst auch die Zahl der Mitarbeiter. Im vergangenen Jahr haben die Kliniken 47 Vollzeitkräfte neu eingestellt. Den Worten der stellvertretenden Geschäftsführerin Elvira Benz zufolge sollen die rund 2800 in Teil- und Vollzeit arbeitenden Klinik-Beschäftigten auch im laufenden Jahr knapp 80 neue Kolleginnen und Kollegen bekommen. 80 Prozent davon werden im medizinischen und pflegerischen Bereich und damit direkt am Patienten arbeiten. „Die Stellen zu schaffen, ist das eine. Sie auch zu besetzen, wird immer mehr zum Kraftakt“, sagt Elvira Benz. Ein Pfund, mit dem die Medius-Kliniken im Wettstreit um die besten Hände und Köpfe wuchern könnten, sei die hohe Attraktivität der Arbeitsplätze, um die sich laufend mehrere Projektteams kümmern würden.

Eine Säule des Erfolgs ist die Allgemein- und Viszeralchirurgie, die von dem Chefarzt Klaus Kraft geleitet wird. Unter seiner Regie wird bei der überwiegende Zahl der jährlich fast 6000 in den Medius-Klinken durchgeführten Operationen die Schlüssellochtechnik angewandt, als deren Wegbereiter Klaus Kraft gilt.